Deutsche Tageszeitung - Ein Toter bei Raketenangriff auf von den USA genutzten Stützpunkt im Irak

Ein Toter bei Raketenangriff auf von den USA genutzten Stützpunkt im Irak


Ein Toter bei Raketenangriff auf von den USA genutzten Stützpunkt im Irak
Ein Toter bei Raketenangriff auf von den USA genutzten Stützpunkt im Irak / Foto: ©

Zwei Tage vor dem Besuch des Papstes im Irak ist bei einem Raketenangriff auf einen von den USA genutzten Militärstützpunkt im Westen des Landes ein ziviler Militärmitarbeiter getötet worden. Der Mann habe während des Angriffs mit mindestens zehn Raketen auf den Militärflughafen Ain al-Assad einen Herzinfarkt erlitten, hieß es am Mittwoch aus Sicherheitskreisen. Ungeachtet des Raketenangriffs will Papst Franziskus an seinem ab Freitag geplanten Besuch im Irak festhalten.

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Der getroffene Stützpunkt beherbergt irakische Streitkräfte sowie Truppen der US-geführten Koalition. Seit Herbst 2019 wurden im Irak dutzende Raketen- und Bombenangriffe auf Botschaften, Truppen und Einrichtungen westlicher Länder verübt. Die USA haben wiederholt pro-iranische Milizen wie die schiitischen Hisbollah-Brigaden für die Anschläge verantwortlich gemacht.

Nachdem seit einem Waffenstillstand im Oktober relative Ruhe herrschte, nahmen in den vergangenen drei Wochen die Raketenangriffe wieder zu. Bei Anschlägen auf die US-geführte Koalition wurden im Nordirak zwei Menschen getötet. Außerdem wurden Raketen auf die US-Botschaft in Bagdad abgefeuert.

Papst Franziskus erklärte am Mittwoch, er werde seine Reise trotz der Angriffe antreten. Das Kirchenoberhaupt will am Freitag zu seinem Besuch in das krisengeschüttelte Land aufbrechen. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts in dem Zweistromland. Er stellt die Sicherheitskräfte vor große Herausforderungen.

"Ich werde mich zu einer Pilgerreise in den Irak begeben", sagte der Papst nach seiner traditionellen Mittwochs-Audienz. Er wolle mit der dortigen Bevölkerung zusammentreffen, die "so sehr gelitten hat". Das katholische Kirchenoberhaupt bezeichnete die Kirche Iraks als "Märtyrer-Kirche". Die irakischen Christen gehören verschiedenen Konfessionen an. Die chaldäische Kirche geht auf die ersten christlichen Gemeinden zurück, die vor fast 2000 Jahren in Mesopotamien, dem heutigen Irak, entstanden waren.

Anlässlich der Papst-Reise sind mehrere Herausforderungen zu meistern - neben den Sicherheitsvorkehrungen die Eindämmung der Corona-Epidemie und die zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA.

Von den Raketen, die auf dem Stützpunkt Ain al-Assad niedergingen, trafen mehrere den Bereich, in dem Soldaten und US-Drohnen stationiert sind. Die Nationalität des Militärmitarbeiters, der bei dem Angriff vom Mittwoch getötet wurde, wurde zunächst nicht bekannt. Die USA machen pro-iranische bewaffnete Einheiten für derartige Angriffe verantwortlich. Am Mittwoch wurden nach Angaben von westlichen Sicherheitskreisen Arasch-Raketen aus iranischer Herstellung abgefeuert.

Sowohl der Iran als auch die USA sind im Irak militärisch präsent. Auf der Seite des Iran steht die paramilitärische Gruppierung Haschd al-Schaabi, die USA stehen an der Spitze der internationalen Koalition im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Anfang 2020 drohte sich der Konflikt in einen Krieg auszuweiten, als der damalige US-Präsident Donald Trump den iranischen General Kassem Soleimani in Bagdad durch einen Drohnen-Angriff töten ließ.

Papst Franziskus wird am Freitag in Bagdad und am Sonntag in Erbil erwartet, wo er in einem Stadion eine Messe zelebrieren will. Vorgesehen ist auch ein Besuch in Mossul, der ehemaligen Hochburg der Dschihadiesten im Norden des Landes, in der derzeit zahlreiche Gruppierungen aktiv sind, darunter die Haschd al-Schaabi. Während des gesamten Papst-Besuches von Freitag bis Montag gilt eine Ausgangssperre.

(V.Korablyov--DTZ)

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