Deutsche Tageszeitung - EU-Kommission will europäischen Behindertenausweis auf den Weg bringen

EU-Kommission will europäischen Behindertenausweis auf den Weg bringen


EU-Kommission will europäischen Behindertenausweis auf den Weg bringen
EU-Kommission will europäischen Behindertenausweis auf den Weg bringen / Foto: ©

Die EU-Kommission will bis Ende 2023 einen europäischen Behindertenausweis auf den Weg bringen. Ziel sei es, die gegenseitige Anerkennung des Behindertenstatus zwischen den Mitgliedstaaten zu erleichtern, erklärte die Behörde am Mittwoch bei der Vorstellung einer Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen für die Zeit von 2021 bis 2030. Der Ausweis soll behinderte Menschen auch bei der Wahrnehmung ihres Rechts auf Freizügigkeit unterstützen.

Textgröße ändern:

"Menschen mit Behinderungen sollten an allen Lebensbereichen gleichberechtigt teilhaben können", sagte die für Gleichstellung zuständige EU-Kommissarin Helena Dalli. Die EU-Strategie soll den Mitgliedstaaten insbesondere helfen, das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umzusetzen.

Als konkrete Ziele nennt die Kommission die Teilhabe an der Freizügigkeit innerhalb der EU etwa durch Umzug und Arbeitsaufnahme in einem anderen Mitgliedstaat. Zudem will Brüssel dafür sorgen, dass die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an Wahlen gewährleistet wird.

Um unabhängige Lebensführung, Autonomie und Teilhabe an der Gesellschaft zu gewährleisten, will die Kommission Leitlinien für die Mitgliedstaaten entwickeln. Im Fokus Brüssels steht auch der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt. Zudem soll es eine Initiative zur Verbesserung der sozialen Dienste für Menschen mit Behinderungen geben.

Mit Blick auf die Barrierefreiheit verweist die Kommission auf Rechtsakte vergangener Jahre, die Verbesserungen gebracht hätten. Sie räumt aber ein, dass viele Bereiche "nach wie vor nicht unter die EU-Vorschriften" fallen und es "Unterschiede bei der Barrierefreiheit von Gebäuden, öffentlichen Räumen und einigen Verkehrsträgern" gebe. Sie will deshalb 2022 ein europäisches Zentrum schaffen, um Informationen über bewährte Verfahren zur Barrierefreiheit bereitzustellen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Ceuta-Krise: 22 EU-Mitgliedstaaten fordern Sondersitzung der Innenminister

Die Staatenlenker von 22 EU-Mitgliedstaaten haben als Reaktion auf die Krise nach der Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta eine Dringlichkeitssitzung der Innenminister gefordert. "Die Ereignisse der vergangenen Tage erfordern eine unverzügliche und koordinierte europäische Antwort", heißt es in einem gemeinsamen Brief, der am Samstag veröffentlicht wurde. Zu den Unterzeichnern gehören Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Innenminister: Mindestens 67 Migranten bei Grenzüberquerung nach Ceuta gestorben

Mindestens 67 Migranten sind nach Angaben der spanischen Regierung bei dem Versuch ums Leben gekommen, in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika zu gelangen. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach bei einer Pressekonferenz am Samstag in Ceuta von "traurigen, dramatischen Ereignissen". Nach weniger als 48 Stunden sei nun in der spanischen Exklave "eine Rückkehr zur Normalität im Gange", fügte er hinzu.

Ceuta: Spaniens Regierungschef fordert EU-Sondersitzung auf Ministerebene

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat angesichts der europäischen Kritik am Umgang seines Landes mit der Migrationskrise in Ceuta eine Sondersitzung der EU-Innenminister gefordert. In einem am Samstag bekannt gewordenen Brief an die Spitzen der europäischen Institutionen warf Sánchez einigen Mitgliedstaaten eine "egoistische" und "rechtswidrige" Reaktion vor.

Mindestens neun Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew

Die russischen Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadt Kiew ukrainischen Angaben zufolge erneut massiv angegriffen. Bei den Angriffen auf fünf Regionen in Kiew in der Nacht zum Samstag seien mindestens neun Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden, teilte der staatliche ukrainische Rettungsdienst mit. Die Angriffe seien "mit ballistischen Raketen" erfolgt, teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram mit. US-Präsident Donald Trump äußerte sich derweil zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine.

Textgröße ändern: