Deutsche Tageszeitung - Australiens Justizminister gibt sich als Beschuldigter zu erkennen

Australiens Justizminister gibt sich als Beschuldigter zu erkennen


Australiens Justizminister gibt sich als Beschuldigter zu erkennen
Australiens Justizminister gibt sich als Beschuldigter zu erkennen / Foto: ©

Nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen ein australisches Kabinettsmitglied hat sich Justizminister Christian Porter als Beschuldigter zu erkennen gegeben und die Vorwürfe abgestritten. "Was behauptet wird, ist nicht passiert", sagte der 50-Jährige am Mittwoch unter Tränen vor Journalisten. Dem Minister wird vorgeworfen, im Jahr 1988 eine Kommilitonin an der Universität von Sydney vergewaltigt zu haben.

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Nach einem Gespräch mit Premierminister Scott Morrison habe er beschlossen, eine kurze Auszeit zu nehmen und sich um seine psychische Gesundheit zu kümmern, teilte Porter mit. Er betonte, dass es sich nicht um einen Rücktritt handle, sondern um "wenige Wochen", in denen er die Anschuldigungen verarbeiten wolle.

Porter erklärte, er sei das Opfer einer Verleumdungskampagne. "Ich bin zum Objekt der heftigsten, schärfsten und hemmungslosesten Anschuldigungen geworden, an die ich mich in der modernen australischen Politik erinnern kann", sagte er. Medienberichten zufolge schaltete Porter einen renommierten Anwalt ein.

Nachdem mehrere Parlamentarier Unterlagen zu dem Fall erhalten hatten, sah sich Porter gezwungen, sich als Beschuldigter zu erkennen zu geben. Zuvor hatte Premierminister Scott Morrison ein Schreiben erhalten, wonach ein amtierender Minister im Jahr 1988 eine 16-Jährige vergewaltigt habe. Die Frau soll sich Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr das Leben genommen haben. Sie habe keine Anzeige gegen Porter erstattet.

Das australische Parlament steht wegen Berichten über ein vergiftetes Arbeitsklima in Verruf, die Vorwürfe reichen von Mobbing über Drangsalierung bis hin zu sexuellem Fehlverhalten gegenüber Frauen. 2019 wurde der Regierung vorgeworfen, ein "Frauenproblem" zu haben, nachdem mehrere Politikerinnen das Parlament verlassen hatten und Mobbing als einen der Gründe dafür angaben.

(I.Beryonev--DTZ)

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