Deutsche Tageszeitung - Tschechien prüft Verlegung von Corona-Patienten in andere Länder wie Deutschland

Tschechien prüft Verlegung von Corona-Patienten in andere Länder wie Deutschland


Tschechien prüft Verlegung von Corona-Patienten in andere Länder wie Deutschland
Tschechien prüft Verlegung von Corona-Patienten in andere Länder wie Deutschland / Foto: ©

Angesichts überlasteter Krankenhäuser prüft Tschechien die Verlegung von Corona-Patienten in Länder wie Deutschland. Prag stehe dazu bereits mit Deutschland, Polen und der Schweiz in Kontakt, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Freitag. Diese Länder hätten die Aufnahme Dutzender Covid-19-Patienten aus Tschechien in Aussicht gestellt.

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Die sächsische Landesregierung teilte am Freitag mit, dass sie das Nachbarland im Kampf gegen die Pandemie unterstütze. Dies beinhalte die Aufnahme von bis zu neun tschechischen Intensivpatienten sowie "die Lieferung von Impfstoff und Schnelltests in die besonders betroffenen Grenzregionen". Neben Sachsen wollen demnach auch andere Bundesländer tschechische Intensivpatienten aufnehmen. Voraussetzung sei allerdings ein offizielles Hilfeersuchen der tschechischen Regierung an den Bund.

Dieses wurde laut Blatny noch nicht gestellt. Tschechische Krankenhäuser könnten aber um Hilfe aus dem Ausland bitten, sagte er. Seine Regierung habe dafür "die Systeme und Verfahren auf die Beine gestellt". Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass die tschechischen Krankenhäuser in den kommenden Tagen täglich 600 bis 700 neue Patienten aufnehmen müssen.

Nach Angaben der Staatskanzlei in Dresden hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis schon in den vergangenen Tagen seine Unterstützung zugesagt. Es sei "für den Alltag beiderseits der Grenze von großer Bedeutung, das Infektionsgeschehen dringend unter Kontrolle zu bringen", erklärte Kretschmer. Sachsen hatte diese Woche mit Bayern und Thüringen 16.800 Corona-Impfdosen von Astrazeneca an Tschechien geliefert.

Tschechien hat derzeit die höchste Rate an Corona-Neuinfektionen weltweit und die zweithöchste Corona-Todesrate. Bei Bedarf können die Regionalregierungen nun niedergelassene Ärzte für den Dienst in den überfüllten Krankenhäusern rekrutieren. Außerdem wurde beschlossen, auch Medizinstudenten zur Verstärkung der Corona-Stationen einzusetzen.

Experten führen den massiven Anstieg der Corona-Fallzahlen in Tschechien auf verspätete Gegenmaßnahmen der Regierung, eine schnelle Verbreitung der zunächst in Großbritannien entdeckten, ansteckenderen Virusvariante und viele Verstöße der Bürger gegen Corona-Restriktionen zurück. Seit vergangenem Jahr sind Treffen nur noch mit einer begrenzten Zahl von Menschen erlaubt und Restaurants geschlossen. Außerdem gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Die Corona-Restriktionen sind aber nicht so umfangreich, wie während der ersten Corona-Welle. Diese Woche begann eine Testkampagne: Alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern müssen diese auf das Coronavirus testen, ab kommender Woche sind die Beschäftigten staatlicher Stellen an der Reihe.

(A.Nikiforov--DTZ)

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