Deutsche Tageszeitung - Straßenblockaden im Libanon wegen Wertverfalls der nationalen Währung

Straßenblockaden im Libanon wegen Wertverfalls der nationalen Währung


Straßenblockaden im Libanon wegen Wertverfalls der nationalen Währung
Straßenblockaden im Libanon wegen Wertverfalls der nationalen Währung / Foto: ©

Im Libanon haben Demonstranten am Montag mehrere Straßenverbindungen blockiert, um gegen den Verfall der Landeswährung und den politischen Stillstand zu protestieren. Die Demonstranten versammelten sich unter anderem auf den Zufahrtsstraßen zur Hauptstadt Beirut unter Bannern mit Slogans wie "Tag des Zorns". Sie zündeten Müllbehälter und Reifen an.

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Von den Blockaden waren nach Informationen der Nachrichtenagentur ANI auch die Straßen nach Tripolis, Akkar und ins Bekaa-Tal betroffen. In den vergangenen Tagen war der Wert des libanesischen Pfunds um mehr als 80 Prozent gesunken. Bereits seit mehr als einem Jahr befindet sich das Wirtschaftsleben im Libanon im Sinkflug. Der Internationale Währungsfonds hatte für den Libanon im vergangenen Jahr eine Inflation von mehr als 140 Prozent festgestellt.

"Wir haben heute alle Straßen abgeriegelt um der ganzen Welt zu sagen: Es reicht", sagte die Demonstrantin Pascale Nohra in Dschal al-Dib, nördlich von Beirut. "Wir haben nichts mehr zu verlieren, unsere Würde haben wir schon verloren." Alle Libanesen sollten sich solidarisch zeigen, denn die aktuelle Krise betreffe alle religiösen Gemeinschaften.

Die Bevölkerung befürchtet, dass die Regierung bald die Nahrungsmittel-Subventionen streicht. In einem Supermarkt wurde beobachtet, wie ein Kampf um billige Baby-Milch ausbrach. Schon seit sieben Monaten gibt es im Libanon keine funktionsfähige Regierung mehr. Damals waren bei einer verheerenden Explosion in Beirut mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.

Der Wertverfall des Pfunds sei nur eine Fortsetzung der rückläufigen Tendenz seit dem Beginn der Krise und der "damit einhergehenden politischen Untätigkeit", bemerkte der Finanzwissenschaftler Mohammed Faur von der Universität Dublin. Das Krisenzentrum an der US-Universität in Beirut warnte vor dem wirtschaftlichen Niedergang und vertrat die Ansicht, das "Schlimmste" stehe noch bevor.

(A.Nikiforov--DTZ)

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