Deutsche Tageszeitung - Corona-Impfung mit Astrazeneca auch in Deutschland vorsorglich ausgesetzt

Corona-Impfung mit Astrazeneca auch in Deutschland vorsorglich ausgesetzt


Corona-Impfung mit Astrazeneca auch in Deutschland vorsorglich ausgesetzt
Corona-Impfung mit Astrazeneca auch in Deutschland vorsorglich ausgesetzt / Foto: ©

Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen sind die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca nun auch in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Bundesregierung folgt damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag mitteile. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig.

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Spahn sprach von sieben berichteten Fällen bei bislang 1,6 Millionen Erstimpfungen mit Astrazeneca in Deutschland. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken, sagte der Minister weiter. Er hofft auf eine Entscheidung noch in dieser Woche. Der vorläufige Stopp betreffe sowohl die Erst- als auch Zweitimpfungen. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Spahn.

Nach der Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums teilten auch die Bundesländer mit, dass die Impfungen ausgesetzt werden.

Laut Robert-Koch-Institut wurden in Deutschland bis einschließlich Sonntag 1.647.510 Dosen Astrazeneca als Erstimpfung verabreicht. Die vorgeschriebene Zweitimpfung hatten erst 217 Menschen erhalten. Bis Sonntag wurden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums insgesamt 3.062.400 Dosen Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland ausgeliefert.

Spahn empfahl den mit Astrazeneca Geimpften, bei deutlichen Beschwerden unverzüglich einen Arzt aufzusuchen. Dies gelte insbesondere für Menschen, die sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, die unter starken Kopfschmerzen beziehungsweise "punktförmigen Hautblutungen" litten.

Die Bundesregierung hatte zunächst auf eine Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen verzichtet, nachdem am Donnerstag Dänemark diesen Schritt gegangen war. Kopenhagen hatte auf mehrere Fälle von schweren Blutgerinnseln nach Impfungen mit dem Vakzin verwiesen. Es folgten Norwegen, Island sowie die EU-Länder Bulgarien, Irland und am Sonntagabend dann auch die Niederlande. Österreich, Estland, Lettland, Litauen und Luxemburg setzten die Nutzung von einer bestimmten Astrazeneca-Charge aus, Italien und Rumänien stoppten die Nutzung einer anderen Charge.

Der britisch-schwedische Hersteller betonte allerdings, die Analyse von mehr als zehn Millionen Fällen habe "keinerlei Beweis für ein erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie oder Thrombose" ergeben. Mitentwickler Andrew Pollard, Leiter der Oxford Vaccine Group, erklärte am Montag, es gebe "sehr beruhigende Beweise", dass das Vakzin in Großbritannien - bislang sein Haupteinsatzgebiet in Europa - nicht zu einer Zunahme von Blutgerinnseln geführt habe.

(V.Sørensen--DTZ)

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