Deutsche Tageszeitung - Beschlussentwurf: Arztpraxen könnten nach Ostern mit Impfstoff beliefert werden

Beschlussentwurf: Arztpraxen könnten nach Ostern mit Impfstoff beliefert werden


Beschlussentwurf: Arztpraxen könnten nach Ostern mit Impfstoff beliefert werden
Beschlussentwurf: Arztpraxen könnten nach Ostern mit Impfstoff beliefert werden / Foto: ©

Kurz vor dem Impfgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten sind Details der Pläne aus dem Kanzleramt zur Beschleunigung der Impfkampagne bekannt geworden. Die Impfstofflieferungen an die Hausarztpraxen könnten bereits in der Woche nach Ostern starten, heißt es in einer auf Freitag 11.00 Uhr datierten Beschlussvorlage aus dem Kanzleramt, die AFP vorliegt. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Hersteller Biontech wie angekündigt eine zusätzliche Lieferung über vier Millionen Dosen an die EU leistet.

Textgröße ändern:

Diese zusätzlichen Dosen, von denen insgesamt 580.000 auf Deutschland entfallen, sollen zudem nach Vorstellung des Kanzleramts auch bevorzugt für Impfungen in Hotspots eingesetzt werden - insbesondere in den Grenzregionen zum französischen Département Moselle und an der Grenze zu Tschechien.

"Im April werden die Impfstoffmengen jedoch noch knapp sein", heißt es in der Vorlage. "Daher bleibt es notwendig, zunächst die besonders gefährdeten Personen entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission zur Impfreihenfolge zu impfen."

Den Plänen zufolge könnten in der 14. Kalenderwoche - also der Woche direkt nach Ostern - rund 1,02 Millionen Dosen an die Hausarztpraxen ausgeliefert werden. In der Woche nach dem 12. April sollten dann 1,22 Millionen Dosen ausgeliefert werden; dies ist nach Einschätzung des Kanzleramts auch ohne die erwartete Zusatzlieferung von Biontech möglich.

Eine spürbare Ausweitung der Lieferungen an Arztpraxen erwartet das Kanzleramt dann erst in der Woche ab dem 26. April: Dann sollen die niedergelassenen Ärzte 3,17 Millionen Dosen erhalten. Erst dann können die Impfungen in den Praxen in großem Stil starten, die Impfkampagne soll dadurch deutlich an Fahrt gewinnen.

Die Anzahl der Impfdosen pro Praxis werde "zu Beginn erst langsam aufwachsen und nur für eine Impfsprechstunde pro Woche beziehungsweise die gezielte Impfung besonders vulnerabler Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen", heißt es in der Vorlage.

Einen genauen Termin für den Start routinemäßiger Impfungen in den Praxen enthält der Beschlussentwurf noch nicht. Er dürfte Gegenstand der Beratungen am Nachmittag sein.

"Perspektivisch ist es erforderlich, dass sowohl die Impfzentren ihre Kapazität steigern als auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sich mit hohem Einsatz am Impfgeschehen beteiligen", heißt es in dem AFP vorliegenden Entwurf. Bund und Länder hielten an dem Ziel fest, "im Sommer allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot machen zu können".

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Juristische Debatte über Nichtwählbarkeit von Le Pen flammt auf

Kurz nach dem Wahlkampfauftakt der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen ist eine juristische Debatte über ihre Wählbarkeit neu aufgeflammt. Die 58-Jährige legte Beschwerde gegen einen Ehrenrichter des Obersten Berufungsgerichts ein, wie ihre Anwälte am Mittwoch mitteilten. Der Richter Didier Guérin hatte am Vortag erklärt, dass Le Pen "weiterhin nicht wählbar" sei. Dies gelte auch, falls das Oberste Berufungsgericht nicht rechtzeitig in ihrem Fall entscheide, betonte er.

CDU-Vize Prien drängt zu Eile in Präsidenten-Frage - Klärung bis 9. November

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hat ihre Partei zu einer raschen Entscheidung für eine Bundespräsidentschaftskandidatin gedrängt. Die Frage müsse spätestens bei der Sitzung des CDU-Präsidiums am übernächsten Montag geklärt werden: "Der 9. November, das wird der Tag der Entscheidung", sagte sie am Mittwoch zu RTL und "Stern". Für sie sei zudem "ganz klar: Es sollte eine Frau werden". Die laufende Debatte zeige, dass es mehrere Frauen in CDU und CSU gebe, die dafür geeignet seien.

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab

Nach seiner Ausreise aus Brasilien trotz eines richterlichen Verbots ist der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro in den USA angekommen. Er stieg am Mittwoch am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie AFP-Reporter berichteten. Die US-Regierung hatte dem mit Präsident Donald Trump verbündeten Bolsonaro zuvor die Aufnahme signalisiert.

Putin umwirbt afrikanische Staaten bei Gipfel in Moskau

Der Kreml hat Vertreter von mehr als 40 afrikanischen Staaten zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau empfangen und eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. "Wir sind natürliche Verbündete beim Aufbau einer multipolaren Weltordnung", sagte Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Nach russischen Angaben nehmen auch 22 afrikanische Staats- und Regierungschefs an der Konferenz teil. Es ist der dritte Gipfel dieser Art seit 2019.

Textgröße ändern: