Deutsche Tageszeitung - Proteste in Myanmar gehen trotz Gewalt der Militärjunta unvermindert weiter

Proteste in Myanmar gehen trotz Gewalt der Militärjunta unvermindert weiter


Proteste in Myanmar gehen trotz Gewalt der Militärjunta unvermindert weiter
Proteste in Myanmar gehen trotz Gewalt der Militärjunta unvermindert weiter / Foto: ©

Trotz der Gewalt der Militärjunta dauern die Proteste in Myanmar fast zwei Monate nach dem Putsch an. Bereits im Morgengrauen demonstrierten am Montag in Mandalay und Yangon Dutzende Menschen. Einige forderten auf Plakaten ein Eingreifen der Vereinten Nationen in den Konflikt. Die EU-Außenminister verhängten derweil erstmals Sanktionen wegen des Militärputsches gegen elf Vertreter der Junta.

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In Mandalay gingen unter anderem Ärzte und Mönche auf die Straßen. Das kulturelle Zentrum ist die zweitgrößte Stadt des Landes und hat einige der schlimmsten Gewalttaten des Militärs seit dem Putsch am 1. Februar erlebt. Allein am Sonntag wurden bei Protesten nach Angaben der Rettungskräfte acht Menschen getötet. Bis zu 50 Menschen seien verletzt worden. Die Salven von Maschinengewehren ertönten bis spät in die Nacht in der 1,7-Millionen-Einwohner-Stadt. "Die Menschen hatten wirklich Angst und fühlten sich die ganze Nacht unsicher", sagte ein Arzt telefonisch der Nachrichtenagentur AFP.

Auch in der größten Stadt Yangon blieb die Lage angespannt, als Demonstranten auf die Straße strömten. Obwohl die Junta dort über zwei der fünf Millionen Einwohner das Kriegsrecht verhängt hat, gehen die Proteste weiter.

Seit dem Putsch sind nach UN-Angaben insgesamt mindestens 149 Menschen in Myanmar getötet worden, eine Menschenrechtsgruppe spricht von fast 250 Toten. Mehr als 2600 Menschen sind demnach festgenommen worden.

Das Militär hatte am 1. Februar in Myanmar die Macht übernommen. Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land. Die Junta sieht sich seitdem massiven Protesten gegenüber und reagiert mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten.

Um den internationalen Druck auf die Generäle zu erhöhen, beschlossen die EU-Außenminister am Montag bei ihrem Treffen in Brüssel Strafmaßnahmen wegen des Staatsstreichs. Elf Militär- und Polizeivertreter werden nach Angaben aus EU-Kreisen auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Ihre Namen sollen noch am Montag im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.

"Was wir dort an Gewaltexzessen sehen, ist absolut nicht akzeptabel", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) in Brüssel. "Die Anzahl der Morde hat ein unerträgliches Ausmaß angenommen." Die EU müsse deshalb Sanktionen verhängen, wolle damit aber nicht die Bevölkerung treffen, sondern gezielt die Verantwortlichen für Gewalt.

Die elf Betroffenen werden nun mit Einreiseverboten belegt und mögliche Vermögen in der EU eingefroren. Gleichfalls angekündigte Sanktionen gegen vom Militär kontrollierte Firmen wird es nach Angaben aus EU-Kreisen voraussichtlich erst in einigen Wochen geben.

Unterdessen bestätigte der britische Sender BBC die Freilassung ihres Journalisten Aung Thura. Er war am Freitag von Männern in Zivil festgenommen worden, während er vor einem Gericht in der Hauptstadt Naypyidaw seiner Arbeit nachging. Der Sender gab jedoch keine weiteren Einzelheiten zur Freilassung des Reporters bekannt.

Ein zweiter Journalist, der zur gleichen Zeit festgenommen wurde, befindet sich hingegen weiterhin in Haft. Er arbeitet für die lokale unabhängige Website Mizzima. Die Junta versucht mit allen Mitteln, unabhängige Berichte über die Proteste zu unterbinden. Sie entzog deshalb unabhängigen Medien die Lizenz, darunter Mizzima. Zudem wurden lokale Redaktionen durchsucht und mehrere Journalisten verhaftet.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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