Deutsche Tageszeitung - Deutschland fordert Sputnik-V-Bestellung über die EU

Deutschland fordert Sputnik-V-Bestellung über die EU


Deutschland fordert Sputnik-V-Bestellung über die EU
Deutschland fordert Sputnik-V-Bestellung über die EU / Foto: ©

Die Bundesregierung hat die EU-Kommission aufgefordert, Verhandlungen über eine gemeinsame europäische Bestellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V zu führen. "Wir würden es für richtig halten, wenn jetzt zeitnah die Gespräche aufgenommen werden", sagte ein Regierungsvertreter am Mittwoch in Berlin. Deutschland wolle, dass die Sputnik-V-Bestellung wie bei anderen Impfstoffen "über das europäische System erfolgen soll". Berlin habe deshalb Brüssel aufgefordert, "sich dieser Frage anzunehmen".

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Die EU-Kommission hat im Auftrag der Mitgliedstaaten bisher Verträge mit sechs Herstellern über die Lieferung von insgesamt 2,6 Milliarden Dosen geschlossen. Ein Kommissionssprecher verwies zu den Äußerungen aus Deutschland darauf, dass die EU-Behörde mit den Mitgliedstaaten "gemeinsam" Vorabbestellverträge mit Herstellern aushandele. Sie könnten "jederzeit beschließen, das Portfolio durch die Aufnahme von Verhandlungen mit einem anderen Impfstoffhersteller zu erweitern."

In Deutschland hatten sich jüngst zahlreiche Politiker für die Bestellung des russischen Impfstoffes ausgesprochen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU). Spahn hatte gesagt, notfalls werde Deutschland dies auch in einem nationalen Alleingang tun, wenn die Bestellung nicht über die EU gelinge.

Russland hatte seinen Corona-Impfstoff im Sommer vergangenen Jahres zugelassen. Mittlerweile kann das über einen russischen Staatsfonds vertriebene Vakzin in mehr als 50 Ländern eingesetzt werden. Laut einer im medizinischen Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie hat Sputnik V eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent gegen Corona-Infektionen mit Symptomen.

In der EU ist Sputnik V noch nicht zugelassen. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat aber bereits ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung gestartet. Der deutsche Regierungsvertreter verwies darauf, dass die EU auch bei anderen Impfstoffbestellungen schon Vereinbarungen mit den Herstellern geschlossen habe, bevor diese durch die EMA zugelassen worden waren.

In der EU zugelassen sind bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Später könnten die noch in der Entwicklung befindlichen Impfstoffe von CureVac und Sanofi-GSK folgen.

(V.Korablyov--DTZ)

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