Deutsche Tageszeitung - Mehr als hundert Festnahmen bei Protesten gegen Präsident Lukaschenko in Belarus

Mehr als hundert Festnahmen bei Protesten gegen Präsident Lukaschenko in Belarus


Mehr als hundert Festnahmen bei Protesten gegen Präsident Lukaschenko in Belarus
Mehr als hundert Festnahmen bei Protesten gegen Präsident Lukaschenko in Belarus / Foto: ©

Mit einem massiven Aufgebot und mehr als hundert Festnahmen haben die Sicherheitskräfte in Belarus am Samstag versucht, neue Proteste gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko zu unterbinden. Wie die Menschenrechtsgruppe Wiasna mitteilte, wurden landesweit mehr als hundert Demonstranten und mindestens fünf Journalisten festgenommen. Seit Monaten fordern Demonstranten immer wieder den Rücktritt Lukaschenkos, die Proteste werden meist gewaltsam unterdrückt.

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In Minsk hatte die Opposition für den Nachmittag zu einer Demonstration im Zentrum der Hauptstadt aufgerufen. Diese wurde jedoch nach Angaben eines AFP-Reporters durch ein massives Polizeiaufgebot verhindert. Die Sicherheitskräfte sperrten mehrere Straßen sowie einen Park und einen zentralen Platz komplett ab. Daraufhin riefen die Organisatoren über das Internet zu kleineren separaten Demonstrationen in einzelnen Stadtvierteln auf.

In Belarus gibt es seit der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl im vergangenen August Proteste gegen Lukaschenko. Nachdem in den ersten Monaten nach der Wahl wöchentlich zehntausende Menschen auf die Straße gegangen waren, schwächte sich der Protest zuletzt ab. Grund dafür war auch das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten. Mehrere Protest-Teilnehmer wurden getötet, hunderte weitere wurden zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Die Wiederwahl des 66-jährigen Staatschefs, der seit 1994 an der Macht ist, kam Anfang August nach Angaben der Opposition nur durch Betrug zustande. Lukaschenko wird von Moskau unterstützt. Die EU erkennt die Wiederwahl Lukaschenkos nicht an und verhängte Sanktionen gegen ihn und dutzende andere mutmaßliche Verantwortliche für Wahlbetrug und Gewalt gegen Demonstranten. Lukaschenko will nicht zurücktreten und hat lediglich Verfassungsreformen in Aussicht gestellt, deren Umfang nicht klar umrissen wurde.

(W.Novokshonov--DTZ)

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