Deutsche Tageszeitung - Biontech und Pfizer wollen 2021 bis zu zweieinhalb Milliarden Impfdosen liefern

Biontech und Pfizer wollen 2021 bis zu zweieinhalb Milliarden Impfdosen liefern


Biontech und Pfizer wollen 2021 bis zu zweieinhalb Milliarden Impfdosen liefern
Biontech und Pfizer wollen 2021 bis zu zweieinhalb Milliarden Impfdosen liefern / Foto: ©

Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in diesem Jahr rund 20 Prozent mehr Dosen ihres Corona-Impfstoffs zur Verfügung stellen als ursprünglich geplant. Wie Biontech am Dienstag in Mainz erklärte, gehen die beiden Firmen davon aus, ihre Produktionskapazität bis Ende 2021 "auf bis zu zweieinhalb Milliarden Dosen" erhöhen zu können. Bis zum vergangenen Dienstag wurden demnach bereits mehr als 200 Millionen Dosen ausgeliefert.

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Die Erhöhung der Kapazität erklärte Biontech mit verschiedenen Entwicklungen. Dabei spielten "verbesserte Herstellungsprozesse" ebenso eine Rolle wie die Inbetriebnahme der neuen firmeneigenen Produktionsstätte im hessischen Marburg. Dort soll künftig bis zu eine Milliarde Dosen pro Jahr hergestellt werden können. Eine Rolle bei der Steigerung spiele zugleich auch "die Zulassung der Entnahme einer sechsten Impfdosis", teilte das Unternehmen mit.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Anfang des Jahres die Entnahme einer zusätzlichen Impfdosis aus den Ampullen der beiden Hersteller genehmigt. Ursprünglich sollte ein Fläschchen für fünf Impfungen reichen, seitdem sind es sechs. Pfizer teilte danach bereits mit, die Anzahl der an die Bestellerländer zu liefernden Ampullen entsprechend verringern zu wollen. In den Verträgen sei die Gesamtzahl der Dosen die entscheidende Größe.

Das auf der sogenannten Boten-RNA-Technologie basierende Vakzin von Biontech und Pfizer war im Dezember das weltweit erste, das im Kampf gegen die Corona-Pandemie zugelassen wurde. Inzwischen gibt es mehrere weitere Präparate. In der EU und somit auch in Deutschland sind inzwischen vier Impfstoffe zugelassen. Neben dem Produkt von Biontech und Pfizer handelt es sich um Wirkstoffe der Pharmaunternehmen Moderna, Astrazeneca sowie Johnson & Johnson.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde nach Firmenangaben inzwischen in mehr als 65 Staaten zugelassen. Mehr als 1,4 Milliarden Dosen seien bestellt, berichtete Biontech im Rahmen der Vorstellung seiner unternehmerischen Jahresergebnisse am Dienstag. Gespräche über weitere Lieferungen liefen. Die EU werde bis Ende des Jahres 500 Millionen Dosen erhalten und habe eine Option zur Lieferung von zusätzlichen hundert Millionen Dosen.

Inzwischen laufen dem Mainzer Biotech-Unternehmen zufolge auch Zulassungsstudien zur Wirksamkeit des Impfstoffs für Kinder und Schwangere. Außerdem laufen Studien, um dessen Wirksamkeit bei den neueren Corona-Mutationen genauer zu prüfen und Fragen zu etwaigen Auffrischungsimpfungen abzuklären. Biontech ist ein vergleichsweise neues Pharmaunternehmen, das sich ursprünglich etwa auf die Entwicklung neuartiger Krebstherapien spezialisierte.

Der dabei verfolgte Ansatz der Boten-RNA-Technologie erwies sich aber auch bei der Impfstoffentwicklung in der Corona-Pandemie als erfolgreich. Bereits Anfang vergangenen Jahres tat sich Biontech dafür mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammen, mit dem es schon bei einem anderen Projekt kooperierte. Auch der Corona-Impfstoff des Konkurrenten Moderna basiert auf der Boten-RNA-Technologie.

(V.Korablyov--DTZ)

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