Deutsche Tageszeitung - Kassationshof macht Freispruch von französischem Flüchtlingshelfer rechtskräftig

Kassationshof macht Freispruch von französischem Flüchtlingshelfer rechtskräftig


Kassationshof macht Freispruch von französischem Flüchtlingshelfer rechtskräftig
Kassationshof macht Freispruch von französischem Flüchtlingshelfer rechtskräftig / Foto: ©

Der Freispruch des bekannten französischen Flüchtlingshelfers Cédric Herrou ist rechtskräftig. Der Kassationsgerichtshof in Paris wies am Mittwoch eine Beschwerde gegen ein entsprechendes Urteil eines Berufungsgerichts zurück. Der Olivenbauer aus Südfrankreich hatte rund 200 Migranten im Grenzgebiet zu Italien geholfen und war deshalb 2017 von einem Gericht in Aix-en-Provence zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte ihn später freigesprochen.

Textgröße ändern:

Die jüngste Entscheidung des Kassationshofs bedeutet für den 41-Jährigen das Ende eines jahrelangen Rechtsstreits. "Diese Entscheidung setzt der Unerbittlichkeit der Staatsanwaltschaft gegen Cédric Herrou ein Ende", erklärte seine Anwältin Sabrina Goldman. Der Kassationsgerichtshof erkenne endlich und "endgültig an, dass er nur anderen geholfen hat". Das Prinzip der Brüderlichkeit dürfe nicht als Verbrechen gewertet werden, fügte sie hinzu.

Nach seiner Verurteilung 2017 hatte der Landwirt sich an den Verfassungsrat gewandt. Frankreichs oberste Verfassungshüter erklärten in einem Grundsatzurteil 2018, dass Aktivisten nicht länger wegen humanitärer Hilfe für illegal Eingewanderte verurteilt werden dürften. Dies widerspreche dem französischen Prinzip der "Brüderlichkeit".

Daraufhin hatte die Regierung eine Gesetzesänderung veranlasst, um Menschen zu schützen, die Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis in Frankreich helfen, sofern dies ohne Gegenleistung und aus humanitären Gründen geschieht. Bei Beihilfe zum illegalen Grenzübertritt sollen dagegen weiter Strafen drohen.

Im Dezember 2018 hatte Frankreichs höchstes Berufungsgericht das Urteil gegen Herrou deshalb aufgehoben und den Fall zurück an das Berufungsgericht in Lyon verwiesen, das Herrou ebenfalls von allen Anklagepunkten freisprach.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Mindestens 38 Soldaten bei Angriffen im Jemen getötet - Huthis reklamieren Attacke

Bei Drohnen- und Raketenangriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen sind am Donnerstag nach Angaben von Medizinern mindestens 38 Regierungssoldaten getötet worden. Die Huthis reklamierten die Attacken für sich, einem jemenitischen Militärvertreter zufolge richteten sie sich gegen Armeelager im Zentrum des Landes und nahe der Grenze zu Saudi-Arabien.

Nach Ausweisung von Journalistin: Russland wirft Frankreich "politische Verfolgung" vor

Nach der Ausweisung der Kreml-treuen Journalistin Xenia Fedorova aus Frankreich hat Moskau Paris eine "politische Verfolgung" von Medienschaffenden vorgeworfen. "Jede abweichende Meinung wird als russische Propaganda bezeichnet, worauf Versuche folgen, Journalisten und ganze Medien zu vertreiben", sagte der stellvertretende Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexej Fadejew, am Donnerstag. Es gebe in Frankreich eine "Zensur von Meinungen, die nicht der offiziellen Linie entsprechen".

Iran-Krieg: Berichte über US-Munitionsknappheit - Pakistan will neue Gespräche

Im Krieg gegen den Iran haben die US-Streitkräfte Medienberichten zufolge große Teile ihrer Munitionsvorräte verschossen. Ein Mangel an Raketen habe US-Präsident Donald Trump von weiteren Angriffen abgehalten, schrieb etwa die "Washington Post". Trump wies die Berichte am Donnerstag zurück und drohte den Journalisten mit langen Haftstrafen. Nachdem sich der Iran und Oman auf eine neue Route durch die Straße von Hormus geeinigt hatten, hofft Vermittler Pakistan unterdessen auf neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Fund von Sprengstoffdrohne sorgt für Debatte über Luftsicherheit

Der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen hat eine Debatte über Maßnahmen zur Abwehr solcher Bedrohungen ausgelöst. Die Grünen forderten am Donnerstag klarer geregelte Zuständigkeiten der Behörden. Die SPD sieht Deutschland hierbei auf einem guten Weg. Unterdessen wurden brisante Ermittlungs-Details bekannt: Eine der ukrainischen Frachtmaschinen, neben der die Drohne gefunden wurde, war einem Medienbericht zufolge mit Munition beladen.

Textgröße ändern: