Deutsche Tageszeitung - Macron verkündet dritten landesweiten Corona-Lockdown

Macron verkündet dritten landesweiten Corona-Lockdown


Macron verkündet dritten landesweiten Corona-Lockdown
Macron verkündet dritten landesweiten Corona-Lockdown / Foto: ©

Inmitten der Osterfeiertage erwartet die Franzosen zum dritten Mal ein landesweiter Lockdown: Angesichts der dritten Corona-Welle werden die bereits in 19 Verwaltungsbezirken geltenden Beschränkungen für vier Wochen auf das ganze Land ausgeweitet, wie Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache ankündigte. Der Präsident räumte eigene Fehler bei der Bekämpfung der Pandemie ein, stellte jedoch auch Öffnungsperspektiven für kulturelle Einrichtungen und Cafés im Mai in Aussicht.

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"Wir sind in einen Wettlauf mit der Zeit eingetreten", sagte Macron und verwies auf einen starken Anstieg der Krankenhauseinweisungen unter anderem aufgrund der Ausbreitung der britischen Corona-Mutante. Die Virus-Variante habe "eine Epidemie innerhalb der Epidemie" ausgelöst, sagte er.

Kindergärten und Schulen sollen den Angaben zufolge für drei Wochen geschlossen bleiben, Hochschulen und Gymnasien für vier Wochen. Zwei Wochen davon sind jedoch ohnehin Ferien. Zudem umfassen die Maßnahmen landesweite Ausgangsbeschränkungen ab 19.00 Uhr sowie die Schließung der meisten Geschäfte. Die neuen Beschränkungen gelten ab Samstag, wie der Präsident ankündigte. Es bestehe außerdem ein begrenzter Bewegungsradius von zehn Kilometern. Für Reisen über Ostern gelte allerdings ein Kulanzzeitraum, der am Montagabend ende.

Für bestimmte Kultureinrichtungen und Cafés stellte der Präsident indessen mögliche Öffnungsperspektiven in Aussicht: "Ab Mitte Mai werden wir beginnen, mit strengen Regeln einige kulturelle Einrichtungen wieder zu öffnen", kündigte er an. Denkbar seien etwa Veranstaltungen im Freien oder die Bewirtung von Gästen in den Außenbereichen von Lokalen.

Macron räumte ein, bei der Bewältigung der Gesundheitskrise "Fehler gemacht" zu haben, aber auch "gelernt" zu haben. "In jeder Phase dieser Epidemie konnten wir uns sagen, dass wir es besser hätten machen können, dass wir Fehler gemacht haben. All das ist wahr", sagte der Präsident. "Aber eines weiß ich: Wir haben gelernt und wir sind jedes Mal besser geworden."

Angesichts des langsamen Vorankommens der Impfkampagne in Frankreich sagte Macron, es tue ihm "zutiefst leid", dass einige ältere Menschen, die vorrangig geimpft werden müssten, immer noch keine Impfung erhalten hätten. Er versprach eine Ausweitung der Kampagne auf Menschen über 60 ab Mitte April. "Bis zum Ende des Sommers" solle dann allen Franzosen über 18 Jahren ein Impfangebot gemacht werden können.

Der Präsident verkündete die Beschlüsse des sogenannten Verteidigungsrats, dem führende Kabinettsmitglieder angehören und der den Tag über beraten hatte. Zuletzt hatte Macron am 27. November eine Fernsehansprache zur Corona-Krise gehalten. Dem Präsidenten war vor seiner Rede am Mittwoch von vielen Seiten vorgeworfen worden, zu lange mit neuen Maßnahmen gewartet zu haben, nachdem die Infektionszahlen rasant gestiegen waren.

Die Zahl der Corona-Infizierten auf Frankreichs Intensivstationen stieg zuletzt auf 5072 und ist damit höher als auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemie-Welle. Damit sind nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums bereits neun von zehn Intensivbetten im Land belegt.

(A.Nikiforov--DTZ)

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