Deutsche Tageszeitung - Floyds Freundin berichtet vor Gericht von gemeinsamer Schmerzmittelabhängigkeit

Floyds Freundin berichtet vor Gericht von gemeinsamer Schmerzmittelabhängigkeit


Floyds Freundin berichtet vor Gericht von gemeinsamer Schmerzmittelabhängigkeit
Floyds Freundin berichtet vor Gericht von gemeinsamer Schmerzmittelabhängigkeit / Foto: ©

Im Strafprozess um den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd hat dessen Freundin über ihre gemeinsame Abhängigkeit von starken Schmerzmitteln berichtet. Es handle sich um die "klassische Geschichte von Menschen, die abhängig werden, weil sie unter chronischen Schmerzen leiden", sagte Courteney Ross am Donnerstag vor Gericht in Minneapolis aus. "Ich hatte sie im Nacken, er im Rücken."

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Floyd und sie hätten Schmerzmittel auf Rezept genommen, manchmal aber auch Pillen auf der Straße oder dem "Schwarzmarkt" erworben, berichtete die 45-jährige zweifache Mutter, eine Weiße, weiter, die vor seinem Tod knapp drei Jahre mit Floyd zusammen war. Mehrfach hätten sie versucht, die Sucht zu bekämpfen, seien dann aber wieder rückfällig geworden.

Nach ihrer Aussage war Floyd wegen einer Überdosis im März 2020 für mehrere Tage im Krankenhaus. Danach sei er "clean" gewesen, bis er zwei Wochen vor seinem Tod offenbar wieder angefangen habe, Pillen zu nehmen.

Floyd war im vergangenen Mai bei einem Polizeieinsatz wegen eines mutmaßlich falschen 20-Dollar-Scheins umgekommen. Ein mit einem Handy aufgenommenen Video hält seinen über neunminütigen Todeskampf fest; es zeigt, wie der weiße Polizist Derek Chauvin dem 46-Jährigen minutenlang das Knie in den Nacken drückt, obwohl dieser mehrfach klagte, dass er keine Luft bekomme.

Der 45-jährige Chauvin ist wegen Mordes und Totschlags angeklagt, bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft. Der inzwischen aus dem Dienst entlassene Polizist weist jede Schuld von sich. Sein Anwalt Eric Nelson macht Floyds Sucht und Vorerkrankungen für seinen Tod verantwortlich.

Bei der Autopsie fanden sich in Floyds Körper tatsächlich Spuren von Fentanyl, eines synthetischen Opioids, das zur Therapie starker und chronischer Schmerzen angewendet wird. Als Todesursache nannte der Bericht jedoch einen Herz-Kreislauf-Stillstand infolge von "Druck auf den Nacken".

Als Reaktion auf Nelsons hartnäckige Fragen zu Floyds Opioid-Abhängigkeit warf der Anwalt der Familie, Ben Crum, der Verteidigung vor, eine Geschichte von Floyds Fentanyleinnahme als Todesursache zu konstruieren. Er aber wolle "die Welt, die seinen Tod auf Video miterlebt" habe, aber daran erinnern, "dass George ging, sprach, lachte und problemlos atmete", bevor Chauvin das Knie auf seinen Nacken gedrückt habe.

(M.Dylatov--DTZ)

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