Deutsche Tageszeitung - Saarland startet nach Ostern mit Corona-Modellversuch

Saarland startet nach Ostern mit Corona-Modellversuch


Saarland startet nach Ostern mit Corona-Modellversuch
Saarland startet nach Ostern mit Corona-Modellversuch / Foto: ©

Das Saarland startet am Dienstag mit seinem Corona-Modellversuch, dem sogenannten Saarland-Modell. Der Ministerrat habe die entsprechende Verordnung am Donnerstagabend beschlossen, teilte die Landesregierung am Freitag mit. Bei Vorlage eines negativen Tests, mit Kontaktnachverfolgung und unter bestimmten Hygienevorkehrungen sollen so weitere Bereiche wieder geöffnet werden.

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Restaurants und Cafés sollen laut Mitteilung ihren Außenbereich wieder öffnen können, wenn die Gäste vorher reservieren und die Kontakte nachverfolgt werden können. Zudem dürfen sich draußen wieder bis zu zehn Menschen treffen, wenn alle einen negativen Test vorlegen können. Veranstaltungen müssen vorher bei der Polizei angemeldet werden, zudem müssen die Kontaktdaten der Gäste angegeben werden.

Mit Kontaktnachverfolgung und negativem Test dürfen Kinos, Theater und Konzerthäuser wieder öffnen. Kontaktsportarten sind dann draußen mit negativem Test ebenfalls wieder möglich, Sportarten ohne Körperkontakt auch in der Halle.

Die Tests dürfen dabei nicht älter als 24 Stunden sein, das Ergebnis muss von der Teststelle bescheinigt werden. Alternativ könnten Selbsttests auch vor Ort unter Aufsicht gemacht werden, hieß es. Kinder unter sechs Jahren seien von der Testpflicht ausgenommen.

Kinder und Jugendliche, die ab dem 19. April an weiterführenden Schulen in den Präsenzunterricht zurückkehren, müssen sich ebenfalls zweimal die Woche testen lassen. Wer sich nicht testen lasse, werde "ein Lernangebot für zu Hause bekommen", teilte die Staatskanzlei mit.

Zudem beschloss das Land einen Drei-Stufen-Plan. Je nach Inzidenz können demnach bestimmte Öffnungsschritte rückgängig gemacht werden. Liegt sie für drei Tage über 100, wird die Testpflicht auf alle geöffneten Bereiche mit Ausnahme der Grundversorgung - wie etwa Supermärkte - ausgeweitet. Bei drohender Überlastung des Gesundheitswesens soll das Land in einen "konsequenten Lockdown" gehen.

"Mit dem Saarland-Modell soll keine Corona-Infektion unentdeckt bleiben", erklärte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). An die Stelle der reinen Kontaktbeschränkungen träten Testauflagen. "Hinter diesem Systemwechsel steckt das Ziel, die Pandemie mit weniger Grundrechtseinschränkungen ebenso wirkungsvoll einzudämmen, ohne das Risiko einer gefährlichen Covid-19-Infektion einzugehen."

Das Saarland-Modell hatte bereits bei der Ankündigung in der vergangenen Woche deutliche Kritik auf sich gezogen, unter anderem vom Ärzteverband Marburger Bund. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Bedingungen für ein solches Vorgehen seien angesichts steigender Corona-Inzidenzwerte "nicht gegeben".

(W.Novokshonov--DTZ)

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