Deutsche Tageszeitung - Rebellengruppe: 12.000 Flüchtlinge durch Luftangriffe im Osten Myanmars

Rebellengruppe: 12.000 Flüchtlinge durch Luftangriffe im Osten Myanmars


Rebellengruppe: 12.000 Flüchtlinge durch Luftangriffe im Osten Myanmars
Rebellengruppe: 12.000 Flüchtlinge durch Luftangriffe im Osten Myanmars / Foto: ©

In Myanmar hat eine Rebellengruppe dem Militär vorgeworfen, mit tagelangen Bombenangriffen mehr als 12.000 Zivilisten in die Flucht getrieben zu haben. Unter den Geflohenen seien auch viele Kinder, erklärte die Karen National Union (KNU) am Samstag. Die KNU ist die größte Rebellengruppe der ethnischen Minderheit der Karen, die im Osten Myanmars an der Grenze zu Thailand leben.

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Die KNU hatte im März einen Militärstützpunkt im östlichen Bundesstaat Kayin angegriffen und zehn Soldaten getötet. Die Militärjunta reagierte mit Luftangriffen. Am Samstag erklärte die KNU, das Militär habe vier Tage lang "ununterbrochen" Angriffe geflohen und dabei viele Menschen, darunter auch Kinder, getötet. Mehr als 12.000 Menschen seien aus ihren Dörfern geflohen. Dies habe zu einer schweren humanitären Krise geführt.

Junta-Sprecher Zaw Min Tun wies die Angaben zurück. Das Militär habe nur die Einheit der KNU angegriffen, die den Militärstützpunkt angegriffen und die Soldaten getötet habe. Nur an diesem Tag habe es auch einen Luftangriff gegeben, sagte der Sprecher, der auf ein landesweit geltendes Waffenstillstandsabkommen verwies.

Auch Medien der Karen und Menschenrechtsgruppen hatten zuvor über mehrere Luftangriffe in Kayin berichtet. Am vergangenen Montag waren rund 3000 Menschen vor der Gewalt über die Grenze nach Thailand geflohen. Die meisten von ihnen kehrten am Mittwoch nach Myanmar zurück. Thailand erklärte, die Menschen seien "freiwillig" zurückgekehrt.

Die KNU ist eine entschiedene Gegnerin der Militärjunta, die vor zwei Monaten mit einem Putsch die Macht in Myanmar an sich gerissen hat. Die Rebellen haben in den von ihnen kontrollierten Gebieten nach eigenen Angaben schon hunderte Aktivisten aufgenommen, die vor der Gewalt gegen Junta-Gegner und Demonstranten geflohen sind.

(V.Sørensen--DTZ)

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