Deutsche Tageszeitung - Lehrerverband fordert zwei Milliarden für Förderkonzept gegen Corona-Lernlücken

Lehrerverband fordert zwei Milliarden für Förderkonzept gegen Corona-Lernlücken


Lehrerverband fordert zwei Milliarden für Förderkonzept gegen Corona-Lernlücken
Lehrerverband fordert zwei Milliarden für Förderkonzept gegen Corona-Lernlücken / Foto: ©

Der Deutsche Lehrerverband will die durch die Schulschließungen im Corona-Jahr entstandenen Lernrückstände bei den Schülern mit einem zwei Milliarden Euro teuren Förderkonzept ausgleichen. Kinder und Jugendliche mit eher geringen Lücken sollten im nächsten Schuljahr eine individuelle Zusatzförderung erhalten, berichtet die Funke-Mediengruppe unter Berufung auf ein Förderkonzept des Lehrerverbands. Schülern mit größeren Defiziten solle die Möglichkeit eines freiwilligen zusätzlichen Lernjahres angeboten werden.

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Das dafür notwendige zusätzliche Personal könne aus Lehramtsstudenten, aufstockende Lehrkräfte oder pensionierte Lehrerinnen und Lehrern bestehen. Außerdem könnten Schulen mit externen Partnern wie etwa Nachhilfeanbietern zusammenarbeiten. Für die Umsetzung fordert der Verband ein Bund-Länder-Programm mit einem Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro.

Nach Einschätzung von Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sind etwa ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr bei den Lernfortschritten "stark abgehängt" worden. Etwa zehn Prozent der Schülerschaft brauche vermutlich ein zusätzliches Schuljahr, um das Versäumte aufzuholen.

Man müsse sich jetzt an den Schulen die Zeit nehmen zu schauen, wo die Kinder stehen, und dann Beratung anbieten. "Im Grunde müssten wir im Mai wissen, was für Fördermöglichkeiten im nächsten Jahr da sind. Es muss jetzt wirklich zügig gehen", sagte Meidinger. Im laufenden Schuljahr werde es dagegen mit Nachholförderung nichts mehr - "wer das behauptet, ist schief gewickelt."

Bundesfamilienministerin Anja Karliczek hatte Ende März ein bundesweites Nachhilfeprogramm mit einem Umfang von einer Milliarde Euro vorgeschlagen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht einen Förderbedarf bei rund 1,5 Millionen Schulkindern.

(I.Beryonev--DTZ)

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