Deutsche Tageszeitung - Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich weiter zu

Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich weiter zu


Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich weiter zu
Kämpfe um strategisch wichtige Stadt Marib im Jemen spitzen sich weiter zu / Foto: ©

Im Jemen spitzen sich die Kämpfe zwischen der Armee und den Huthi-Rebellen um die strategisch wichtige Region Marib weiter zu. Jemenitische Militärkreise meldeten am Wochenende mehr als 120 Tote unter den Kämpfern beider Seiten. Die schweren Gefechte konzentrieren sich demnach auf drei Fronten außerhalb der Stadt Marib. Das an dem Krieg im Jemen beteiligte Nachbarland Saudi-Arabien richtete drei Soldaten wegen "Hochverrats" hin.

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Die Armeekreise meldeten am Samstag 53 Tote binnen 24 Stunden, darunter 22 Soldaten der jemenitischen Armee und 31 Rebellen. Am Sonntag gaben sie den Tod von 70 weiteren Kämpfern bekannt, darunter 26 Soldaten der Regierungsarmee und 44 Huthi-Rebellen. Die Huthis machen ihre Verluste in der Regel nicht öffentlich.

Den Angaben zufolge halten die Gefechte an drei Fronten rund um die Stadt Marib weiter an. Wie ein Armeeverantwortlicher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag sagte, griffen die Rebellen in einer konzertierten Aktion gleichzeitig die nordwestlich von Marib gelegenen Gebiete Kassara und Al-Maschdschah sowie das südlich gelegene Dschabal Murad an. "Fortschritte machen sie an den Fronten Kassara und Al-Maschdschah, an der Front Dschabal Murad wurden sie zurückgedrängt", sagte der Armeevertreter.

Ein anderer Armeevertreter berichtete von Angriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition auf Ziele der Huthis. Dabei seien zwölf Militärfahrzeuge der Rebellen zerstört worden.

Im Jemen herrscht seit sechs Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen. Das ölreiche Marib ist die letzte Hochburg der jemenitischen Regierung im nördlichen Teil des Landes. Die rund 75 Kilometer westlich von Marib gelegene Hauptstadt des Jemen, Sanaa, wird bereits von den Rebellen kontrolliert.

Seit Februar versuchen die Huthis, Marib einzunehmen. In den vergangenen Wochen verstärkten die Huthi-Rebellen auch ihre Raketen- und Drohnenangriffe gegen Saudi-Arabien. Eine von Riad vorgeschlagene Waffenruhe lehnten die Rebellen ab.

Eine Niederlage der jemenitischen Regierungstruppen im Kampf um Marib würde einen schweren Rückschlag für die in die südliche Hafenstadt Aden geflohene Regierung von Präsident Hadi sowie seine saudiarabischen Unterstützer bedeuten. Auch die humanitäre Krise im Jemen könnte sich dadurch noch verschärfen. In der Marib umgebenden Wüste leben nach Angaben der Regierung bereits bis zu zwei Millionen Binnenvertriebene unter katastrophalen Bedingungen.

An der Grenze zum Jemen in Saudi-Arabien wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Riad am Samstag drei Soldaten hingerichtet, denen "Hochverrat" wegen "Kooperation mit dem Feind" vorgeworfen wurde. In einem ungewöhnlichen Schritt wurden die Namen der hingerichteten Soldaten in saudiarabischen Staatsmedien genannt; mit welchem feindlichen Akteur sie kooperiert haben sollen, wurde nicht mitgeteilt. Als Erzfeind des sunnitischen Königreiches gilt der schiitische Iran, Riad sieht seine Sicherheit durch die im Jemen agierenden Huthi-Rebellen massiv bedroht.

Riad unterstützt Hadis Regierung seit 2015 militärisch. Seither wurden in dem Krieg zehntausende Menschen getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein.

Am Montag führt Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) Gespräche mit dem UN-Sondergesandten für den Jemen, Martin Griffiths, sowie dem US-Sondergesandten Timothy Lenderking. Nach Angaben einer Regierungssprecherin soll es dabei um die Bemühungen der Vereinten Nationen für einen landesweiten Waffenstillstand, vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den Konfliktparteien sowie eine Rückkehr zu einem politischen Prozess im Jemen gehen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin hatte die Lage im Jemen am Freitag als "extrem besorgniserregend" bezeichnet.

(U.Beriyev--DTZ)

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