Deutsche Tageszeitung - Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Peru von Corona-Krise überschattet

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Peru von Corona-Krise überschattet


Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Peru von Corona-Krise überschattet
Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Peru von Corona-Krise überschattet / Foto: ©

Überschattet von der Corona-Krise sind in Peru am Sonntag Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten worden. Rund 25 Millionen Bürger des südamerikanischen Landes waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Landesweit öffneten um 07.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MESZ) tausende Wahllokale.

Textgröße ändern:

Der Ausgang war nach Meinungsumfragen sehr ungewiss. Um das Präsidentenamt bewarben sich 18 Kandidaten, von denen sich sechs eine Chance auf den Einzug in die Stichwahl erhoffen können. Zu ihnen zählten zwei Frauen. Sollte eine Stichwahl wie erwartet nötig sein, würden die beiden Bestplatzierten am 6. Juni gegeneinander antreten.

Um das höchste Staatsamt bewerben sich unter anderem der 62-jährige Katholik Yonhy Lescano, der 79-jährige Liberale Hernando de Soto, die 40-jährige linksgerichtete Verónika Mendoza, die 45-jährige Ex-Präsidententochter Keiko Fujimori, der 38-jährige Ex-Fußball-Profi George Forsyth und der 60-jährige ultrakonservative Rafael López Aliaga. Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl sollen in der Nacht zum Montag vorliegen, die Ergebnisse der Parlamentswahl einige Tage später.

In Peru gilt eine Wahlpflicht. Obwohl das Land weiter unter der Corona-Krise leidet, wurde der Urnengang nicht verschoben. Um Gedränge zu vermeiden, wurden drei Mal mehr Wahllokale eingerichtet als üblich und ihre Öffnungszeiten um vier auf zwölf Stunden verlängert. Den Wählern wurden Zeitfenster für ihre Stimmabgabe zugeteilt.

Ärzteverbandschef Augusto Tarazona kritisierte mit Blick auf die Wahl: "Leider wurde politischen Entscheidungen Vorrang vor (Gesundheits-)Maßnahmen eingeräumt." Übergangspräsident Francisco Sagasti rief in einer Fernsehansprache die Bürger jedoch zur Stimmabgabe auf. "Wir leben in einer der schwierigsten und entscheidendsten Zeiten unserer Geschichte", sagte er. "Die Gesundheit, Wirtschaft, Politik und sogar Moral und Ethik stecken in der Krise."

Wegen der Corona-Krise steckt Perus Wirtschaft in einer Rezession, vergangenes Jahr schrumpfte sie um gut elf Prozent. Vier Millionen Menschen verloren ihren Job und weitere fünf Millionen rutschten in die Armut ab.

In Peru wurden bislang mehr als 1,6 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Mehr als 54.000 Infizierte starben. Auch sechs der 18 Präsidentschaftskandidaten haben sich bereits mit Sars-CoV-2 infiziert. Der Ex-Fußballer Forsyth musste deswegen in der letzten Wahlkampfwoche kürzer treten.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

"Kein Fan": Trump froh über Ausreise von Harry und Meghan

US-Präsident Donald Trump hat sich zufrieden über die Ausreise von Prinz Harry und seiner Familie aus den USA gezeigt. "Ich bin froh darüber. Ich war kein Fan", sagte Trump am Mittwoch im Oval Office in Washington. Harry und seine Frau Meghan Markle seien "ungeheuer respektlos gegenüber der Königin und König Charles" gewesen, sagte der Präsident.

Gespräche in der EU über Reform des Auswärtigen Dienstes

Die Europäische Union hat am Mittwoch Gespräche über eine Reform ihres Auswärtigen Dienstes aufgenommen. Deutschland und Frankreich stellten bei einem Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow bei Dublin ihre Vorschläge vor.

Umfrage vor Berliner Abgeordnetenhauswahl sieht CDU wieder vor Linkspartei

Rund zweieinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU wieder vor der oppositionellen Linken. Die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers kommen laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf 21 Prozent. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp folgt mit 19 Prozent.

Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläuterte er.

Textgröße ändern: