Deutsche Tageszeitung - China verärgert über "Völkermord"-Erklärung des britischen Parlaments zu Uiguren

China verärgert über "Völkermord"-Erklärung des britischen Parlaments zu Uiguren


China verärgert über "Völkermord"-Erklärung des britischen Parlaments zu Uiguren
China verärgert über "Völkermord"-Erklärung des britischen Parlaments zu Uiguren / Foto: ©

Die Regierung in Peking hat verärgert auf einen Beschluss des britischen Parlaments reagiert, in dem der chinesische Umgang mit der muslimischen Minderheit der Uiguren als "Völkermord" eingestuft wird. "Der sogenannte Völkermord in Xinjiang ist eine große Lüge", die von "anti-chinesischen Kräften" erdacht worden sei, erklärte Außenamtssprecher Zhao Lijian gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Briten sollten sich "um ihre eigenen Probleme kümmern".

Textgröße ändern:

Der am späten Donnerstagabend gefasste Parlamentsbeschluss ist für die britische Regierung nicht bindend. Die Parlamentarier werfen China darin auch ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor.

In einer ausführlichen Recherche, die auf Zeugenaussagen aufbaute, kam die britische Rundfunkgesellschaft BBC zu dem Schluss, dass es in der chinesischen Provinz Xinjiang systematische Vergewaltigungen, sexuellen Missbrauch und Folter von weiblichen Gefangenen gebe. Die britische Regierung vertritt jedoch die Ansicht, es sei Sache der Gerichte, über die Verwendung des Begriffs "Genozid" zu befinden.

Menschenrechtsgruppen schätzen, dass bis zu einer Million Uiguren in Xinjiang in Lagern untergebracht sind. Dort werde auch "Zwangsarbeit" verrichtet, vor allem auf Baumwollfeldern. Die USA haben den Umgang mit den Uiguren als Völkermord eingestuft und ein Einfuhrverbot für Baumwolle aus Xinjiang verhängt.

Nach Darstellung der chinesischen Behörden werden die Uiguren in Fortbildungszentren untergebracht, um sie vom Terrorismus fernzuhalten. Für mehrere Anschläge wurden Uiguren verantwortlich gemacht. Der Begriff "Völkermord" für den Umgang der chinesischen Behörden mit den Uiguren wird unter anderem von Belgien, den Niederlanden und Kanada sowie von Nichtregierungsorganisationen verwendet.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Evakuierung von Einwohnern aus russisch besetzter ukrainischer Stadt Oleschky begonnen

Im Rahmen einer örtlich begrenzten Waffenruhe ist am Freitag die Evakuierung von Einwohnern aus der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky angelaufen. "Die Evakuierung und die Verteilung humanitärer Hilfe haben begonnen", erklärte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag in Onlinenetzwerken. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa veröffentlichte ein Video, das Gruppen von Menschen zeigt, die auf Busse warten. Einige würden nach Russland gebracht, andere in von Kiew kontrollierte Teile der Ukraine, sagte sie.

Nach "Angst"-Eingeständnis von Eralp: Druck auf SPD zu Verzicht auf Koalition

In Berlin wächst der Druck insbesondere auf die SPD, keine Koalition unter Führung der Linkspartei einzugehen. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, sagte am Freitag im ARD-"Morgenmagazin", "ich würde es nicht tun". Der Landesvorstand der SPD beschloss, dass die Berliner SPD-Mitglieder über einen etwaigen Koalitionsvertrag abstimmen werden.

Berliner SPD lässt Mitglieder über mögliche rot-grün-rote Koalition abstimmen

Die Berliner SPD lässt ihre Mitglieder über eine mögliche Koalition mit Linken und Grünen abstimmen. Dies segnete der Landesvorstand am Freitag abschließend ab, wie ein Sprecher mitteilte. "Damit erhalten alle Mitglieder der Berliner SPD die Möglichkeit, über die Annahme des ausgehandelten Koalitionsvertrags zu entscheiden."

Linnemann legt Krankenkassen-Zusatzbeitrag für 2027 auf 2,9 Prozent fest

Das Bundesgesundheitsministerium hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für die Krankenkassen für das kommende Jahr auf 2,9 Prozent festgelegt - damit bleibt er stabil. Der Satz sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, "diese Entwicklung haben wir jetzt gestoppt", erklärte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) am Freitag. Schon für dieses Jahr hatte das Ministerium den Zusatzbeitrag auf diesen Wert festgelegt. De facto lag er aber darüber.

Textgröße ändern: