Deutsche Tageszeitung - Papst verurteilt Bootsunglück mit 130 vermissten Flüchtlingen als "Schande"

Papst verurteilt Bootsunglück mit 130 vermissten Flüchtlingen als "Schande"


Papst verurteilt Bootsunglück mit 130 vermissten Flüchtlingen als "Schande"
Papst verurteilt Bootsunglück mit 130 vermissten Flüchtlingen als "Schande" / Foto: ©

Nach dem Tod von 130 Flüchtlingen bei einem Bootsunglück im Mittelmeer hat Papst Franziskus von einer "Schande" gesprochen. "Ich muss gestehen, dass ich sehr traurig über die Tragödie bin, die sich in den vergangenen Tagen erneut im Mittelmeer ereignet hat", sagte der Papst während des Regina-Coeli-Gebets am Sonntag im Vatikan.

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Die Gläubigen rief Franziskus auf, "nach dieser x-ten Tragödie" im Mittelmeer in sich zu gehen. "Es ist ein Moment der Schande", sagte er. "130 Flüchtlinge sind auf See gestorben. Das sind Menschen, das sind Menschenleben, die zwei Tage lang vergeblich um Hilfe baten. Hilfe, die nicht gekommen ist", prangerte der Papst an.

Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée hatte am vergangenen Donnerstag ein Schiffsunglück vor der libyschen Küste gemeldet. Demnach hatte das Rettungsschiff "Ocean Viking" einen Notruf erhalten, nachdem ein Schlauchboot mit 130 geflüchteten Menschen in Seenot geraten war. Die Besatzung der "Ocean Viking" habe daraufhin stundenlang nach dem Boot gesucht. An der Unglücksstelle nordöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis angekommen, fand sie laut SOS Méditerranée nahe des Wracks des Schlauchboots nur noch die Leichen von zehn Menschen.

Die Besatzung der "Ocean Viking" erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Bei der Rettungsaktion habe es "keinerlei Koordination durch eine staatliche Rettungsleitstelle" sowie "keinerlei Unterstützung von den zuständigen Seebehörden" gegeben, beklagte die Such- und Rettungskoordinatorin an Bord des Rettungsschiffs, Luisa Albera.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Jahresbeginn bis zum 21. April bereits mindestens 453 Migranten beim gefährlichen Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen versuchten, von der tunesischen oder libyschen Küste aus nach Europa zu gelangen.

(P.Tomczyk--DTZ)

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