Deutsche Tageszeitung - Oberster US-Gerichtshof wird sich erneut mit Waffenrecht befassen

Oberster US-Gerichtshof wird sich erneut mit Waffenrecht befassen


Oberster US-Gerichtshof wird sich erneut mit Waffenrecht befassen
Oberster US-Gerichtshof wird sich erneut mit Waffenrecht befassen / Foto: ©

Der Oberste US-Gerichtshof wird sich im Herbst erneut mit dem Waffenrecht befassen. Der Supreme Court in Washington ließ am Montag die Klage von zwei Waffenbesitzern und der Lobbyorganisation NRA wegen eines Gesetzes im Bundesstaat New York zu. Die neun Verfassungsrichter könnten in der Folge das erste Grundsatzurteil zur höchst umstrittenen Frage des Waffenrechts seit mehr als einem Jahrzehnt fällen.

Textgröße ändern:

Die New Yorker Behörden hatten den Klägern auf Grundlage eines mehr als hundert Jahre alten Gesetzes das Tragen einer Schusswaffe zur Selbstverteidigung untersagt. Erlaubt wurde ihnen lediglich, mit ihren Waffen zu einem Schießstand zu fahren oder zur Jagd zu gehen. Die beiden Männern zogen dagegen vor Gericht, unterlagen aber. Sie riefen daraufhin den Obersten Gerichtshof an.

Dieser wird nun prüfen, ob die Verweigerung der Genehmigung, eine versteckte Waffe zur Selbstverteidigung mit sich zu führen, ein Verstoß gegen den zweiten Verfassungszusatz darstellt. Dieses sogenannte Second Amendment stellt die Grundlage für das Recht auf Waffenbesitz in den USA dar. Über die genaue Auslegung wird aber gestritten.

Der Oberste Gerichtshof hatte 2008 in einer Grundsatzentscheidung betont, dass der zweite Zusatz zur US-Verfassung ein "individuelles" Recht auf Waffenbesitz verankert. Unklar blieb aber, wieviel Spielraum es bei der Beschränkung des Waffenbesitzes gibt - auch bei der Frage des Mitführens von Waffen außerhalb des eigenen Hauses.

Eine neue Grundsatzentscheidung des Supreme Court könnte die Rechte von Waffenbesitzern stärken. Seit dem vergangenen Jahr haben konservative Richter an dem Gerichtshof eine klare Mehrheit von sechs zu drei.

Die Frage des Waffenrechts ist in den USA höchst umstritten. Waffen sind in dem Land weit verbreitet, rund 30 Prozent aller Erwachsenen besitzen eine Schusswaffe. Durch Schüsse sterben jährlich, Suizide eingerechnet, 40.000 Menschen. Immer wieder werden Schusswaffenmassaker verübt. In den vergangenen Monaten wurden unter anderem bei Angriffen in den Bundesstaaten Georgia, Colorado und Ohio zahlreiche Menschen getötet.

US-Präsident Joe Biden will das Waffenrecht in den USA verschärfen. Die oppositionellen Republikaner haben dagegen aber erbitterten Widerstand angekündigt.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Feuerpause in Oleschky: Einwohner aus besetzter ukrainischer Stadt evakuiert

Inmitten einer Feuerpause haben zur Flucht bereite Einwohner von Oleschky die von Russland besetzte südukrainische Stadt verlassen können. "Die ukrainische Delegation ist zusammen mit den Einwohnern von Oleschky nach Anapa aufgebrochen. Von dort aus werden sie nach Belarus fliegen und dann mit dem Bus nach Hause fahren", erklärte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag im Onlinedienst Telegram.

Druck von Behörden: Unabhängige russische Zeitung "Nowaja Gaseta" muss Arbeit einstellen

Es ist das Ende eines historischen Bollwerks der freien Presse in Russland: Die unabhängige russische Zeitung "Nowaja Gaseta" stellt nach eigenen Angaben angesichts des Drucks der russischen Behörden ihre Arbeit vollständig ein. "Die 'Nowaja Gaseta' hört auf zu existieren", sagte Chefredakteur Sergej Sokolow in einer am Freitag auf der Onlineplattform YouTube veröffentlichten Videobotschaft. Der Gründer der Zeitung und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow bezeichnete die Schließung als Teil von Moskaus "gigantischer Militäroperation" in der Ukraine. Medienrechtsorganisationen reagierten mit Bestürzung auf den Schritt.

"GenZ"-Proteste: Initiatoren klagen Regierung an - Appelle für friedliche Demos

Anklagen einer "verlassenen Jugend" und Appelle zur Gewaltfreiheit: Vor den geplanten bundesweiten "GenZ"-Protesten am Wochenende haben die Initiatoren von der Politik ein entschlossenes Handeln für die Belange junger Menschen gefordert. Bei einer Pressekonferenz in Köln erhoben Sprecherinnen und Sprecher der Initiative "GenZ regelt" am Freitag zugleich schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Parteiübergreifend riefen Politikerinnen und Politiker zu einem friedlichen Verlauf der Proteste auf.

Iran-Krieg: Merz ruft zu diplomatischer Lösung auf

Vor dem Hintergrund von Spekulationen über neue US-Angriffe auf den Iran hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer diplomatischen Lösung des Konfliktes aufgerufen. "Ich kann nur an alle Konfliktparteien appellieren: Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen", sagte Merz bei einer Pressekonferenz im südkoreanischen Seoul am Freitag. "Er muss diplomatisch gelöst werden, er muss durch Gespräche gelöst werden", fügte er hinzu. Das gelte auch für Israel und die künftige Regierung des Landes.

Textgröße ändern: