Deutsche Tageszeitung - Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin aus Essen in Düsseldorf begonnen

Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin aus Essen in Düsseldorf begonnen


Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin aus Essen in Düsseldorf begonnen
Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin aus Essen in Düsseldorf begonnen / Foto: ©

Gegen eine mutmaßliche Anhängerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus Essen hat am Freitag der Prozess vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf begonnen. Die Bundesanwaltschaft legt Fadia S. die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zur Last. Zum Prozessauftakt schwieg die Angeklagte zu den Vorwürfen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

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Die Anwälte der 30-Jährigen kündigten demnach an, in der kommenden Woche ein sogenanntes Rechtsgespräch mit dem Senat führen zu wollen. Worum es in dieser mündlichen Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehen soll, war zunächst nicht bekannt. In der Regel dienen solche Rechtsgespräche zur Erörterung von Verfahrensfragen.

Die Bundesanwaltshaft beschuldigt die 30-Jährige, im Jahr 2015 mit ihren vier minderjährigen Kindern nach Syrien gereist zu sein, um sich dort dem IS anzuschließen. Laut Anklageschrift ist S. Anhängerin des salafistischen Islams und entschloss sich 2015, am Aufbau eines religiös fundamentalistischen Staats mitzuarbeiten. Sie reiste mit den Kindern ihrem Ehemann hinterher, der bereits früher in das Herrschaftsgebiet des IS gegangen war. Die Familie soll dort in Häusern gelebt haben, deren Bewohner vertrieben wurden.

Ihre Kinder soll S. im Sinn des IS erzogen und somit "der Willkürherrschaft, ideologischer Indoktrination und Kampfhandlungen" ausgesetzt haben. Als der IS militärische Rückschläge erlitt, floh die Frau laut Anklage mit den inzwischen fünf Kindern im Februar 2018 zurück nach Deutschland. Im Juli vergangenen Jahres wurde sie in Essen festgenommen. Das Verfahren ist zunächst bis Ende Juli angesetzt.

(V.Korablyov--DTZ)

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