Deutsche Tageszeitung - Bundeswehr beginnt mit Abzug aus Afghanistan

Bundeswehr beginnt mit Abzug aus Afghanistan


Bundeswehr beginnt mit Abzug aus Afghanistan
Bundeswehr beginnt mit Abzug aus Afghanistan / Foto: ©

Die Bundeswehr hat nach zwei Jahrzehnten Einsatz ihren Abzug aus Afghanistan eingeleitet. "Unser Auftrag in Afghanistan ist beendet. Ab heute beginnt der Abzug", erklärte am Freitag das Bundesverteidigungsministerium über den Onlinedienst Twitter. Vom Mehrzweckhubschrauber bis zum Kranwagen werde "alles" jetzt zurück nach Deutschland transportiert.

Textgröße ändern:

Am Hindukusch sind derzeit noch etwa 1100 deutsche Soldaten stationiert, die spätestens bis September heimkehren sollen. Deutschland stellt das zweitstärkste Nato-Kontingent in Afghanistan nach den USA.

Die Nato als Ganzes hatte bereits am Donnerstag bekanntgegeben, mit dem Rückzug ihrer Mission aus dem Land begonnen zu haben. Bislang sind dort insgesamt noch etwa 9600 Nato-Soldaten zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte stationiert.

Vorübergehend werden die Nato-Truppen allerdings aufgestockt, um den Rückzug abzusichern. Dies gilt auch für die Bundeswehr. Das deutsche Kontingent werde "robuster" ausgestattet, hatte das Verteidigungsministerium bereits am Dienstag angekündigt. So sollen weitere geschützte Fahrzeuge der Bundeswehr an den Hindukusch verlegt werden.

Parallel dazu wird die andere Gerätschaft der Bundeswehr zurückgeholt. Dabei handelt es sich nach Angaben des Ministeriums unter anderem um 123 Fahrzeuge und Hubschrauber. Darunter sind MH90-Transporthubschrauber, Fuchs-Panzer und Einsatzfahrzeuge vom Typ Dingo und Eagle, Kran- und Tankwagen, Fünftonner- und 15-Tonner-Lkw und Feuerwehrlöschfahrzeuge.

Ursprünglich war ein Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan bis zum 1. Mai anvisiert gewesen. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte den radikalislamischen Taliban dieses Abzugsdatum in Aussicht gestellt. Der Termin wurde wegen fehlender Fortschritte in den Friedensgesprächen zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul nicht eingehalten.

Trumps Nachfolger Joe Biden beschloss dann, den Abzug spätestens am 11. September abzuschließen - dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA, die den Einmarsch der US-Armee in Afghanistan zur Folge gehabt hatten. Nach der Verkündung des US-Truppenabzugs aus Afghanistan beschloss dann die gesamte Nato das Ende der Mission bis spätestens September. Auch der 4. Juli wurde inzwischen als Abschlussdatum erwogen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

47,9 Millionen Wähler: Neuer Rekord bei vorzeitiger Stimmabgabe für Midterms

Vier Tage vor den US-Kongresswahlen haben so viele Wahlberechtigte vorzeitig ihre Stimme abgegeben wie noch nie bei den sogenannten Midterms: Gut 47,9 Millionen Menschen nutzten bis Freitagmittag (Ortszeit) die Möglichkeit der Stimmabgabe vor der eigentlichen Wahl am Dienstag, wie Zahlen der Universität Florida zeigten. Damit wurde der bisherige Höchstwert für eine Zwischenwahl von rund 45,9 Millionen vorzeitig abgegebenen Stimmen von 2022 noch übertroffen.

Berliner Politik erinnert an deutsch-türkisches Anwerbeabkommen vor 65 Jahren

Mit einem Festakt im Roten Rathaus hat die Berliner Politik am Freitag an die Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens vor 65 Jahren erinnert. Damit werde die Lebensleistung der ersten Einwanderergeneration gewürdigt, die Berlin bis heute wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell präge, teilten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) gemeinsam vorab mit.

Feuerpause in Oleschky: Einwohner fliehen aus besetzter ukrainischer Stadt

Im Süden der Ukraine haben Einwohner von Oleschky eine örtlich begrenzte Waffenruhe genutzt und sind aus der russisch besetzten Stadt geflohen. Die ukrainische Delegation sei mit zur Flucht bereiten Bewohnern auf dem Weg ins russische Anapa, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Moskau erklärte, der Einsatz sei "ohne Zwischenfälle" abgeschlossen worden. Zur Zahl der Geflüchteten machten beide Seiten keine Angaben.

Frankreichs Behörden befürchten bei Protesten erneut massive Randale

Die französischen Behörden befürchten bei den neuen Protesten am Samstag teilweise Randale wie bei den schweren Ausschreitungen vor zwei Wochen. "Vorfälle städtischer Gewalt vergleichbar mit jenen am 17. Oktober werden den ganzen Tag über und nach Einbruch der Dunkelheit erwartet", hieß es am Freitag aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez. Zu befürchten seien unter anderem Sachbeschädigungen und Plünderungen. Der Samstag werde als "Hochrisiko"-Tag eingestuft.

Textgröße ändern: