Deutsche Tageszeitung - China kritisiert Haltung von Budapester Bürgermeister als "erbärmlich"

China kritisiert Haltung von Budapester Bürgermeister als "erbärmlich"


China kritisiert Haltung von Budapester Bürgermeister als "erbärmlich"
China kritisiert Haltung von Budapester Bürgermeister als "erbärmlich" / Foto: ©

Im Streit um eine Niederlassung der chinesischen Fudan-Universität in der ungarischen Hauptstadt Budapest hat Peking die Haltung des liberalen Bürgermeisters als "erbärmlich" kritisiert. China-bezogene Themen würden aufgebauscht und die chinesisch-ungarische Zusammenarbeit behindert, sagte ein Außenamtssprecher am Donnerstag in Peking. Anlass war die Umbenennung von Straßen in Budapest unter anderem in "Dalai-Lama-Straße" rund um den künftigen Campus als Zeichen des Protests gegen die von Ungarns rechtskonservativem Ministerpräsidenten Viktor Orban unterstützten Uni-Pläne.

Textgröße ändern:

Vier Straßen waren am Mittwoch rund um den geplanten Standort von der Budapester Stadtverwaltung umbenannt worden - unter anderem in "Straße der uigurischen Märtyrer" und "Hongkonger Freiheit". Sie verweisen auf Themen, für die Peking im Ausland wegen Menschenrechtsverletzungen massiv kritisiert wird, insbesondere der Umgang mit Tibet, Hongkong und der muslimischen Minderheit der Uiguren in der nordwestlichen chinesischen Provinz Xinjiang.

Peking reagierte auf den Schritt des Budapester Bürgermeisters Gergely Karacsony äußerst ungehalten: "Ein solches Verhalten ist verachtenswert", sagte der Außenamtssprecher bei einer Pressekonferenz in Peking.

Karacsony, ein Kritiker und Rivale von Orban, ist ein dezidierter Gegner der Campus-Pläne. Am Mittwoch erklärte er, dass "wir die elitäre und private Fudan-Universität hier nicht auf Kosten der ungarischen Steuerzahler haben wollen". Der populäre Bürgermeister hatte zuvor bereits den "chinesischen Kauf von Einfluss" in Ungarn angeprangert und Orban aufgefordert, ein früheres Versprechen einzuhalten, der Hauptstadt keine Projekte gegen ihren Willen aufzuzwingen. Meinungsumfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Budapester den Plan ablehnt.

Ein derzeit brachliegendes Grundstück in Budapest soll bis 2024 den Fudan-Campus in einem eine halbe Million Quadratmeter großen Komplex beherbergen. Das sieht die Vereinbarung zwischen Ungarn und dem Präsidenten der Fudan-Universität in Shanghai vor. Das Groß-Projekt für den ersten europäischen Campus der Fudan-Universität hat sowohl in Ungarn als auch in der EU für Aufsehen gesorgt. Brüssel fürchtet Ungarns langsamen Abschied aus der EU, indem es sich immer mehr China zuwendet.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Proteste in Frankreich: Studenten rufen zu Blockade von Universitäten auf

In Frankreich haben landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem begonnen. Bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Paris riefen zwei Studentengewerkschaften am Samstag zu einer Blockade von Universitäten und Gymnasien am kommenden Dienstag und Donnerstag auf. Grund sei unter anderem das Verbot einer von den Demonstrierenden in Paris angemeldeten Route durch die Behörden, sagte die Sprecherin der Gewerkschaft USL, Sabrine Kharbach.

Nur wenig Zulauf zu "GenZ"-Protesten: Bisher friedlicher Verlauf

Die bundesweiten Jugendproteste der Gruppierung "GenZ regelt" in Deutschland sind am Samstagnachmittag mit deutlich weniger Teilnehmern als von den Organisatoren erwartet gestartet. Dabei blieb es an den Veranstaltungsorten mit den größten prognostizierten Teilnehmerzahlen zunächst überall friedlich, wie die Polizei mitteilte.

US-Regierung genehmigt Patriot-Verkauf an Ukraine - Selenskyj fordert Lösung für Übergang

Die US-Regierung hat den Verkauf von 500 Patriot-Abfangraketen an die Ukraine genehmigt - bis die Waffen tatsächlich dort eintreffen, könnten aber noch Jahre vergehen. Die Lieferungen würden "die Luft- und Raketenabwehrkapazitäten" Kiews verstärken, erklärte das US-Außenministerium am Freitag (Ortszeit). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die Entscheidung, forderte angesichts der langen Lieferzeit aber eine Übergangslösung. Indes trafen die ersten evakuierten Bewohner der ukrainischen Frontstadt Oleschky im Norden der Ukraine ein.

USA, Südkorea und Japan fordern "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas

US-Außenminister Marco Rubio und seine Kollegen aus Südkorea und Japan haben eine "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas gefordert. Rubio, der südkoreanische Außenminister Cho Hyun und der japanische Chefdiplomat Toshimitsu Motegi "bekräftigten ihre entschlossene Verpflichtung zur vollständigen Denuklearisierung" Nordkoreas bei Gesprächen am Freitag am Rande des G20-Außenministertreffens in den USA, wie das US-Außenministerium am Samstag mitteilte.

Textgröße ändern: