Deutsche Tageszeitung - Maas erteilt Waffenlieferungen an Ukraine erneut Absage

Maas erteilt Waffenlieferungen an Ukraine erneut Absage


Maas erteilt Waffenlieferungen an Ukraine erneut Absage
Maas erteilt Waffenlieferungen an Ukraine erneut Absage / Foto: ©

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat möglichen Waffenlieferungen an die Ukraine eine erneute Absage erteilt. Deutschland wolle für die Sicherheitsinteressen der Ukraine eintreten und einen Beitrag dazu leisten, "dass es endlich Frieden im Donbass gibt", betonte Maas bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Außenminister Dmitri Kuleba am Mittwoch in Berlin. Waffenlieferungen an Kiew würden aber die Aussichten auf eine politische Lösung in dem Konflikt schmälern.

Textgröße ändern:

Maas hob die Bemühungen Deutschlands um ein Ministertreffen im sogenannten Normandie-Format hervor. Um darauf hinzuwirken, habe er am Montag zusammen mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian den russischen Außenminister Sergej Lawrow angerufen. Paris und Berlin hätten eine Vermittlerrolle im Normandie-Format, betonte Maas. "Wenn ich in dem Telefonat auch noch gleichzeitig mitteilen würde, dass wir uns entschlossen haben, eine Konfliktpartei mit Waffen zu beliefern, wäre das Telefonat deutlich kürzer gewesen als es dies in der Realität gewesen ist."

Kuleba erneuerte derweil die Bitte seines Landes nach deutschen Rüstungslieferungen. Es gebe kein Waffenembargo gegen die Ukraine, betonte Kuleba. "Soweit ich weiß, gibt es auch keinen juristischen Grund im deutschen Gesetz, der Deutschland daran hindern würde, Waffen an die Ukraine zu verkaufen." Kiew interpretiere die Entscheidung der deutschen Regierung gegen diese Waffenexporte deshalb als politische Entscheidung.

Seine Regierung sei der Bundesregierung sehr dankbar, dass sie sich darauf konzentriere, "Konflikte politisch zu regeln", betonte Kuleba. "Wir hoffen sehr, dass genau das uns helfen wird, unsere Territorien wiederzuerlangen." Kuleba warnte jedoch vor einem Szenario, in dem Russland die Ukraine angreifen würde und vor einem asymetrischen Krieg. "Ich hoffe sehr, dass niemand es bereuen wird, dass sie der Ukraine nicht geholfen haben, ihre Chance auf Selbstverteidigung zu erhöhen", betonte der Außenminister.

Kuleba warf Moskau vor, die vor Monaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen Truppen nur teilweise zurückverlegt zu haben. Die russische Abzugsankündigung sei "nur Theater" gewesen, es seien lediglich "minimal Soldaten und Maschinerie zurückgeführt" worden.

Russland hatte Anfang April bis zu 100.000 Soldaten nahe der Grenze zur Ukraine und auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim zusammengezogen. Die massiven Truppenbewegungen hatten Befürchtungen genährt, dass es zu einem russischen Einmarsch in die Ukraine kommen könnte. Ende April begann Russland dann nach eigenen Angaben mit dem Abzug der Soldaten.

Die ukrainische Armee kämpft seit 2014 gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Lawrow: Deutschland will "wieder Krieg" gegen Russland

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Berlin beschuldigt, "wieder Krieg" gegen Russland zu wollen. Zu dem Drohnenvorfall in Leipzig sagte Lawrow: "Sie haben erklärt, es handele sich um eine russische Drohne, ohne dass jemand versucht hätte, genauer nachzuforschen." Er fügte dann laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen vom Sonntag hinzu: "Dies ist letztlich der Beginn eines echten Krieges."

Sachsen-Anhalt: Wahlbeteiligung um 14.00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14.00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14.00 Uhr erst 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.

US-Gesandte Witkoff und Kushner erstmals in Kiew zu Gesprächen über Ukraine-Krieg

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges haben die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner Kiew besucht und dort Gespräche zur Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Konflikts geführt. Die beiden Gesandten trafen am Sonntag per Zug aus Polen kommend in der ukrainischen Hauptstadt ein, wo sie von Präsident Wolodymyr Selenskyj empfangen wurden. Tags zuvor hatten sie bereits in Moskau mit Präsident Wladimir Putin verhandelt.

Anschläge auf Umspannwerke: Polizei rückt zu Einsatz nahe Hambacher Forst aus

Bei der Fahndung wegen der Sabotageversuche an der Stromversorgung ist die Polizei am Sonntag zu einem Einsatz in der Umgebung des Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen ausgerückt. Der Einsatz fand in der Nähe des Parkplatzes statt, auf dem am Freitag das Wohnmobil des Tatverdächtigen gefunden worden war, wie ein Kölner Polizeisprecher sagte. Zuvor hatte die Brandenburger Polizei mitgeteilt, dass der 48-Jährige mit einem Fahrrad unterwegs sein könnte.

Textgröße ändern: