Deutsche Tageszeitung - Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen

Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen


Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen
Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen / Foto: ©

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Empfehlung für Corona-Impfungen von vorerkrankten Kindern ab zwölf Jahren abgegeben. Diese Gruppe könne "aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung" mit dem Impfstoff von Biontech immunisiert werden, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten aktuellen Corona-Bulletin des Robert-Koch-Instituts. Die Impfung für Kinder ohne Vorerkrankungen werde "derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich".

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Die beiden Impfungen sollen wie auch bei Erwachsenen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden. Das Bulletin des Robert-Koch-Instituts listet eine Reihe von Krankheiten auf, bei deren Vorliegen es eine Corona-Impfung empfiehlt: Starkes Übergewicht, Immunschwächekrankheiten, Diabetes, Trisomie 21, Tumorleiden sowie Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen.

Zusätzlich wird die Impfung Kindern und Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begrüßte die Empfehlung. "Gerade die Kinder und Jugendlichen, für die es jetzt eine Impfempfehlung gibt, sollten sich bis zum Beginn des neuen Schuljahres möglichst vollständig impfen lassen können", sagte Karliczek der Nachrichtenagentur AFP. "Dafür sollten nun die Voraussetzungen geschaffen werden."

Die Ministerin betonte, dass die Impfung freiwillig sei. "Aber es ist gut, dass diese Kinder und Jugendlichen durch die Impfung mehr Sicherheit für ihre Gesundheit bekommen können", sagte sie. "Unabhängig von den persönlichen Impfentscheidungen müssen wir davon ausgehen, dass zu Schuljahresbeginn nur ein Teil der Kinder und Jugendlichen geimpft sein wird."

Sie halte es deshalb für "wünschenswert, wenn schon jetzt Konzepte für den Unterricht nach den Sommerferien erarbeitet würden", sagte Karliczek zu AFP. "Der durchgehende vollständige Präsenzunterricht, muss das Ziel sein." Sie fügte hinzu: "Da wir nicht wissen, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, sollte jetzt darüber nachgedacht werden, wie auf steigende Inzidenzwerte im Herbst reagiert werden könnte."

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte das Vakzin kürzlich von Biontech/Pfizer für junge Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. In Deutschland kann diese Altersgruppe bereits seit Montag damit gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Entscheidung der Stiko über eine Impf-Empfehlung stand aber noch aus.

Die EMA will im Juli entscheiden, ob sie auch den Corona-Impfstoff von Moderna für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zulässt. Sie arbeitet derzeit an einer "beschleunigten Prüfung" des Zulassungsantrags des US-Pharmakonzerns.

Kinder und Jugendliche entwickeln im Allgemeinen weniger schwere Formen von Covid-19 als ältere Menschen. Doch auch sie können sich anstecken und können das Virus weitergeben. Ihre Immunisierung trägt somit zur Eindämmung der Pandemie bei.

(M.Dylatov--DTZ)

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