Deutsche Tageszeitung - Linken-Mitglieder beantragen Parteiausschluss von Wagenknecht

Linken-Mitglieder beantragen Parteiausschluss von Wagenknecht


Linken-Mitglieder beantragen Parteiausschluss von Wagenknecht
Linken-Mitglieder beantragen Parteiausschluss von Wagenknecht / Foto: ©

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sieht sich in ihrem Landesverband Nordrhein-Westfalen mit Forderungen nach einem Parteiausschluss konfrontiert. Mehrere Parteimitlieder hätten einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte der Landesgeschäftsführer der NRW-Linken, Michael Kretschmer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben).

Textgröße ändern:

Die für einen solchen Ausschluss zuständige Landeschiedskommission habe sich noch nicht damit beschäftigt, "wird das aber in der näheren Zeit tun", sagte Kretschmer. "Dann wird das seinen vorgeschriebenen Weg gehen." Zunächst einmal werde es allerdings nur um die Frage gehen, "ob das Verfahren eröffnet wird oder nicht".

Zur Begründung des Antrags und zur Identität der drei Antragsteller sagte Kretschmer nichts. Der "Spiegel" allerdings zitierte am Donnerstag aus dem Antrag der Wagenknecht-Gegner. "Sie weicht in ihrer Kritik von elementaren Grundsätzen der Linken ab", heißt es demnach in dem Schreiben an die Schiedskommission. Auch habe Wagenknecht der Linken "schweren Schaden" zugefügt.

Als Belege werden laut "Spiegel" Interview-Äußerungen Wagenknechts sowie Passagen aus ihrem Buch "Die Selbstgerechten" angeführt. Dort lasse Wagenknecht beispielsweise offen, ob sie nach der Bundestagswahl überhaupt noch in der Partei bleiben wolle. "Sahra Wagenknecht vertritt, wie hier nachweislich gemacht, ein eigenes, dem Programm der Linken in vielen Punkten widersprechendes Programm", kritisieren die Initiatorinnen und Initiatoren des Ausschluss-Antrags.

Weiter weisen sie laut "Spiegel" darauf hin, dass die Linke in Nordrhein-Westfalen seit Wagenknechts Kür zur Spitzenkandidatin in dem Land 30 Prozent der Wählerstimmen in den Umfragen eingebüßt habe. Mehr als hundert Mitglieder seien aus dem Landesverband ausgetreten.

"Der schwere Schaden für die Partei ist bereits eingetreten. Er wird gravierend größer, wenn der kampagnenartige Mediensturmlauf gegen die politischen Positionen der Linken durch ihre präsenteste Vertreterin in den Medien weiter anhält", zitiert der "Spiegel" aus dem Text.

Erst im April hatte die Linke in Nordrhein-Westfalen hat die frühere Fraktionschefin der Partei im Bundestag erneut zu ihrer Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl nominiert. Wagenknecht erhielt dabei auf einem Parteitag rund 60 Prozent der Stimmen.

In den vergangenen Wochen hatte auch ein Streit zwischen Wagenknechts Lebensgefährten, dem früheren Linken-Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine, und seinem saarländischen Landesverband für Wirbel gesorgt.

Lafontaine hatte unter anderem dazu geraten, die Linke bei der Bundestagswahl nicht mit der entscheidenden Zweitstimme zu unterstützen, weil dies seinem innerparteilichen Gegner, Saar-Spitzenkandidat Thomas Lutze nützen würde. Der Landesvorstand forderte Lafontaine inzwischen auf, die Partei von sich aus zu verlassen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

IAEA findet "einige Tonnen Nuklearmaterial" in Syrien

Mitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben bei einem Inspektionsbesuch in Syrien nach eigenen Angaben "einige Tonnen Nuklearmaterial" an einem Ort gefunden, den die Organisation bislang nicht auf dem Schirm hatte. Der Fund gehe auf Hinweise der syrischen Regierung zurück, erklärte Interims-Außenminister Assad al-Schaibani am Dienstag. Das Material, von dem keine Gefahr ausgehe, solle in Syrien bleiben und IAEA-Kontrollen unterliegen.

Klingbeil fordert Konsequenzen nach Äußerungen von Israels Minister Ben Gvir

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat nach Äußerungen des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir über gezielte Tötungen von Palästinensern Konsequenzen gefordert. "Das sind Äußerungen, die wir als Bundesregierung in keinster Weise akzeptieren können", sagte Klingbeil am Dienstag im Sommerinterview der Sat.1-Sendung "newstime". "Das muss auch Konsequenzen haben."

Putin empfängt Myanmars Staatschef Min Aung Hlaing im Kreml

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den Präsidenten und früheren Junta-Chef von Myanmar, Min Aung Hlaing, im Kreml empfangen. Das seit 2021 von einer Militärregierung kontrollierte Myanmar sei "ein verlässlicher Partner für Russland in Südostasien", sagte Min Aung Hlaing bei dem Treffen im Kreml am Dienstag. "Dank der Hilfe Russlands und Ihrer persönlichen Unterstützung haben wir auf internationaler Bühne viel erreicht", fügte er in Putins Richtung hinzu.

US-Sender ABC klagt gegen vorzeitige Lizenzprüfung - und sieht "Vergeltung" durch Trump

Im Streit mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump zieht der Fernsehsender ABC gegen die vorzeitige Überprüfung seiner Sendelizenzen vor Gericht. Der zum Disney-Konzern gehörende Sender wirft der Medienaufsicht FCC in seiner am Dienstag in Washington eingereichten Klage eine "Vergeltungskampagne" auf Betreiben der Trump-Regierung wegen missliebiger Inhalte vor.

Textgröße ändern: