Deutsche Tageszeitung - Selenskyj hätte Biden gerne vor dessen Gipfeltreffen mit Putin getroffen

Selenskyj hätte Biden gerne vor dessen Gipfeltreffen mit Putin getroffen


Selenskyj hätte Biden gerne vor dessen Gipfeltreffen mit Putin getroffen
Selenskyj hätte Biden gerne vor dessen Gipfeltreffen mit Putin getroffen / Foto: ©

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bedauert, dass US-Präsident Joe Biden zunächst den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen wird und dann erst ihn selbst. Es wäre besser gewesen, wenn sein Treffen mit Biden noch vor dem Gipfel der beiden Präsidenten stattgefunden hätte, sagte Selenskyj am Montag im Gespräch mit internationalen Nachrichtenagenturen, darunter AFP. Bei dem ersten Gipfeltreffen von Biden und Putin am Mittwoch in Genf dürfte es auch um den Konflikt in der Ostukraine gehen.

Textgröße ändern:

Anfang Juni hatte Biden den ukrainischen Präsidenten zu einem Besuch im Weißen Haus eingeladen, der im Sommer stattfinden soll. Biden versicherte, dass sich die Ukraine fest auf die Unterstützung der USA verlassen könne, was ihre staatliche Souveränität und territoriale Einheit angehe. Das US-Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, dass der Ukraine eine zusätzliche Militärhilfe von umgerechnet 150 Millionen Dollar (rund 124 Millionen Euro) gewährt werde.

Selenskyj warf Putin am Montag vor, ein mögliches Treffen "hinauszuzögern", bei dem es um den Konflikt in der Ostukraine gehen solle. Er hatte Putin Ende April ein Treffen im Konfliktgebiet angeboten. Der russische Präsident erklärte daraufhin, er sei bereit, Selenskyj jederzeit in Moskau zu treffen, wenn es um bilaterale Fragen gehe. Hinsichtlich des Konflikts im Osten der Ukraine müsse er sich aber an die Unabhängigkeitskämpfer wenden.

Die ukrainische Armee kämpft seit 2014 gegen prorussische Rebellen im Osten des Landes. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen, was die Regierung in Moskau bestreitet. Seit Beginn dieses Jahres haben sich die Kämpfe im Osten der Ukraine wieder intensiviert.

Die Regierung in Kiew strebt eine Mitgliedschaft in der Nato an. Das westliche Verteidigungsbündnis zeigt dafür aber wenig Gegenliebe, weil es eine Verschärfung der Spannungen mit Moskau fürchtet.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Kubicki will FDP wieder über zehn Prozent der Stimmen führen

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat sich im Fall seiner Wahl zum Parteichef einen Stimmenanteil von über zehn Prozent für seine Partei im Bund zum Ziel gesetzt. Bei den Bundestagswahlen 2017 und 2021 habe die FDP 10,7 und 11,4 Prozent geholt - "ein Anspruch darunter ist für einen Kampfsportler wie mich kein wirklicher Anspruch", sagte Kubicki der "Welt am Sonntag". Zunächst aber "schwebt mir vor, die FDP nach einem Jahr bitterböser Bedeutungslosigkeit wieder in die Nähe von fünf Prozent zu heben".

Möglicher Kerosinmangel: Klingbeil fordert Vorbereitungen in Deutschland

Angesichts eines möglichen Kerosinmangels in Deutschland als Folge des Iran-Kriegs hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) gefordert, die Versorgung sicherzustellen. "Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen", sagte Klingbeil dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Samstag. "Für mich ist klar: Wir sollten nicht nur das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick haben."

Dobrindt: Keine verstärkten Fluchtbewegungen wegen Iran-Krieg

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erwartet aufgrund des Iran-Kriegs keine verstärkten Fluchtbewegungen Richtung Deutschland, hält sich aber eine Verlängerung der Binnengrenzkontrollen ab September offen. "Aktuell sehen wir keinen erhöhten Migrationsdruck", sagte Dobrindt der "Rheinischen Post" vom Samstag. "Wir haben einen sehr genauen Blick auf die Migrationsbewegungen, beispielsweise im Iran und im Libanon."

Pakistans Regierungschef und Armeechef beenden Vermittlungsbesuche im Iran-Krieg

Der im Iran-Krieg als Vermittler auftretende pakistanische Regierungschef Shebaz Sharif hat einen mehrtägigen Besuch in ebenfalls um Vermittlung bemühten Staaten der Region beendet. Nach Besuchen in Saudi-Arabien und Katar verlasse er nun die türkische Stadt Antalya "mit schönen Erinnerungen" sowie der "erneuerten Verpflichtung", die "enge Zusammenarbeit" zwischen den Ländern "fortzusetzen, um den Dialog und die Diplomatie im Interesse eines dauerhaften Friedens und einer dauerhaften Stabilität in der Region voranzubringen", erklärte Sharif am Samstag in Onlinediensten.

Textgröße ändern: