Deutsche Tageszeitung - Nach Entgleisungen von Bundeswehr-Soldaten in Litauen gesamter Zug abgelöst

Nach Entgleisungen von Bundeswehr-Soldaten in Litauen gesamter Zug abgelöst


Nach Entgleisungen von Bundeswehr-Soldaten in Litauen gesamter Zug abgelöst
Nach Entgleisungen von Bundeswehr-Soldaten in Litauen gesamter Zug abgelöst / Foto: ©

Nach den Vorfällen um Bundeswehr-Soldaten in Litauen wird der aus 30 Soldaten bestehende Zug abgelöst und zurück nach Deutschland gebracht. "Die Entgleisungen beschädigen das Ansehen der Bundeswehr und Deutschlands", schrieb Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Mittwoch auf Twitter. "Das wird mit aller Härte bestraft werden." Eine Ministeriumssprecherin sagte, im Raum stünden Straftaten wie sexuelle Nötigung, Beleidigung mit rassistischem oder antisemitischem Inhalt sowie extremistische Verhaltensweisen.

Textgröße ändern:

Der gesamte betreffende Zug werde am Donnerstag nach Deutschland zurückkehren und von dem Einsatz abgelöst, sagte die Sprecherin. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen werde bei den Hauptbeschuldigten eine fristlose Entlassung aus der Bundeswehr eingeleitet.

Die zuständigen Disziplinarvorgesetzten in Litauen hätten am 8. Juni von den Vorfällen erfahren. Sie nahmen der Ministeriumssprecherin zufolge sofort Ermittlungen auf und informierten das Verteidigungsministerium.

Im Zuge der Ermittlungen sei auch bekannt geworden, dass 569 Schuss Handwaffenmunition fehlten. Ein nach Litauen entsandtes Ermittlerteam solle dem Verdacht auf mögliche Buchungsfehler nach einer Schießübung nachgehen. Das Team sollte noch am Mittwoch ankommen und werde "jeden Stein umdrehen", so die Sprecherin.

Der "Spiegel" hatte am Montag berichtet, die Bundeswehr gehe schweren Vorwürfen gegen mehrere Soldaten nach, die im Rahmen einer Nato-Mission in Litauen stationiert waren. Ersten Ermittlungen zufolge hätten die deutschen Soldaten bei einer sogenannten Erholungsmaßnahme an einem Wochenende Ende April mit viel Alkohol in einem Hotel gefeiert. Demnach sollen unter anderem rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen worden sein.

Im Laufe des Abends seien einige Soldaten im Rausch aneinander geraten, hätten einander Schläge angedroht wohl auch zugeschlagen, berichtete das Magazin weiter. Am gleichen Abend habe ein Soldat versucht, einem eingeschlafenen Kameraden seinen Penis in den Mund zu stecken. Die Szene sei offenbar von anderen Soldaten mit dem Handy gefilmt worden.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Widerstand aus Mitgliedstaaten: EU streicht Verteidigungs-Expertengremium

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die geplante Einrichtung einer Expertengruppe für die europäische Verteidigung vorerst auf Eis gelegt. Das für Montag geplante Auftakttreffen des Gremiums wurde wegen der Einwände einiger Mitgliedstaaten kurzfristig abgesagt, wie EU-Vertreter am Montag bestätigten. Demnach kam der Widerstand zunächst aus Italien, Frankreich und Deutschland schlossen sich später an.

Siegmund will Ministerpräsident werden - zeigt aber wenig Kompromissbereitschaft

Nach seinem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt strebt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund das Amt des Ministerpräsidenten an. Das Ergebnis der AfD sei ein "ganz klarer Regierungsauftrag - er könnte deutlicher kaum sein", sagte Siegmund am Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Sich selbst bezeichnete der AfD-Politiker als "vielleicht nächster Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt". Um im neu gewählten Landtag eine Regierungsmehrheit zu bekommen, werde er Gespräche führen mit "einzelnen Fraktionen oder einzelnen Abgeordneten, die mit uns gemeinsam diese historische Aufgabe stemmen wollen".

Nordkorea will seine Marine zu einer Nuklearstreitmacht ausbauen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will die Marine seines Landes zu einer Nuklearstreitmacht ausbauen. "Wir müssen sicherstellen, dass der vielseitige und effektive Einsatz nuklearer Kampfsysteme gewährleistet ist, indem wir unsere Marine zu einer atomar bewaffneten Streitmacht entwickeln", sagte Kim laut eines Berichts der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Montag bei der Indienststellung eines Kriegsschiffes. Die Ankündigung kam, während die USA und ihre Verbündeten ein Marinemanöver vor Südkorea begannen.

Siegmund sieht "feste Vereinbarung" mit anderen Abgeordneten als Option

Nach dem haushohen Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund seinen Anspruch auf die Bildung einer Regierung bekräftigt. Siegmund sagte am Montag in MDR Aktuell, die AfD werde "alle Möglichkeiten nutzen, diesen Regierungsauftrag auch zu erfüllen". "Auf welchem Wege das in den nächsten Tagen erfolgt, daran arbeiten wir jetzt", fügt er hinzu.

Textgröße ändern: