Deutsche Tageszeitung - Britischer Ex-Regierungsberater Cummings bringt Johnson erneut in Erklärungsnot

Britischer Ex-Regierungsberater Cummings bringt Johnson erneut in Erklärungsnot


Britischer Ex-Regierungsberater Cummings bringt Johnson erneut in Erklärungsnot
Britischer Ex-Regierungsberater Cummings bringt Johnson erneut in Erklärungsnot / Foto: ©

Boris Johnsons Ex-Berater Dominic Cummings hat den britischen Premierminister erneut in Erklärungsnot gebracht. Cummings veröffentlichte am Mittwoch Chat-Protokolle, in denen sich Johnson über den "hoffnungslosen" Umgang seines Gesundheitsministers Matt Hancock mit der Corona-Pandemie beschwert. Bei einer Anhörung im Unterhaus kurze Zeit später ging Johnson nicht auf Fragen danach ein.

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Den Protokollen zufolge machte Johnson zu Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr Hancock unter anderem für den Mangel an Beatmungsgeräten verantwortlich. "Es ist Hancock. Er ist hoffnungslos", schrieb der Premier demnach per Whatsapp-Nachricht an seinen damaligen Berater Cummings.

Wie auch Johnson im Parlament weigerte sich ein Regierungssprecher zunächst, die Veröffentlichungen zu kommentieren. Die Frage, ob Gesundheitsminister Hancock weiterhin das volle Vertrauen des Premiers habe, bejahte er jedoch. "Der Premierminister hat sehr eng mit dem Minister für Gesundheit und Soziales zusammengearbeitet und wird dies auch weiterhin tun."

Cummings hatte Johnsons Regierung Ende Mai bereits "katastrophale" Versäumnisse in der Corona-Pandemie vorgeworfen und dabei besonders Gesundheitsminister Hancock kritisiert. Es gebe "mindestens 15 oder 20" Gründe, ihn zu "feuern", sagte der 49-Jährige damals bei einer Ausschussanhörung im britischen Unterhaus. Hancock habe sowohl im Kabinett als auch öffentlich mehrfach gelogen.

Die nun veröffentlichten Chat-Protokolle scheinen außerdem zu zeigen, dass Cummings eine zentrale Rolle in der Regierung spielte. An einer Stelle fragt ihn Johnson per Whatsapp: "Was zur Hölle sollen wir tun?"

Johnsons Chefberater, der bereits die Brexit-Kampagne mitkonzipiert hatte, musste Ende 2020 seinen Posten räumen. Inzwischen hat er sich zu einem erbitterten Gegner des Premierministers gewandelt.

(I.Beryonev--DTZ)

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