Deutsche Tageszeitung - Für die Stasi-Akten ist nun das Bundesarchiv zuständig

Für die Stasi-Akten ist nun das Bundesarchiv zuständig


Für die Stasi-Akten ist nun das Bundesarchiv zuständig
Für die Stasi-Akten ist nun das Bundesarchiv zuständig / Foto: ©

Die Unterlagen der früheren DDR-Staatssicherheit sind am Donnerstag offiziell in die Verantwortung des Bundesarchivs übergegangen. Damit werde "die Zukunft gesichert, die Stasi-Unterlagen weiter zu nutzen", sagte der bisherige Akten-Beauftragten Roland Jahn dem ZDF. Für den Abend war ein Festakt angesetzt.

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Mit der Überführung der Verantwortung für die Aktenbestände wird ein Beschluss des Bundestages umgesetzt. Die Unterlagen des früheren DDR-Geheimdienstes sollen wie bisher öffentlich zugänglich bleiben. Jahn wies darauf hin, dass diese künftig sogar nicht mehr nur in ostdeutschen Bundesländern zur Verfügung stünden, sondern an allen Dienststellen des Bundesarchivs.

"Mit diesem Schritt wird man auch den Opfern gerecht und der nächsten Generation", sagte Jahn weiter dem ZDF. Als wichtiges Vorhaben für die Zukunft nannte er vor allem die weitere Digitalisierung der Unterlagen. Dies sei für deren Bestandserhaltung und die Nutzung ein "ganz wichtiger" Schritt.

Jahn zog auch eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit der Unterlagenbehörde. "Es ist ein Glücksgefühl da, weil wir eindeutig etwas geschafft haben", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. "Wir sind den Opfern gerecht geworden und wir haben die Brücke in die nächste Generation gebaut", hob er weiter hervor. Die Überführung der Akten an das Bundesarchiv sei keineswegs ein Schlussstrich unter die Aufarbeitung von DDR-Unrecht.

Auch mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das Interesse an den Stasi-Akten ungebrochen. Zuletzt gingen monatlich etwa 3000 Anträge auf Akteneinsicht ein, wie Jahn sagte. Dabei nehme inzwischen der Anteil derjenigen zu, die Einsicht in Akten verstorbener Angehöriger nehmen wollten. "Die Stasi-Akten machen deutlich, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind und es gilt, sie zu schützen", sagte Jahn weiter der "Passauer Neuen Presse".

Das Stasi-Unterlagen-Archiv hat seinen Ursprung in der Wende in der DDR 1989 und existiert seit 1990. Statt des Akten-Beauftragten gibt es nun eine Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur. In diese Funktion wurde kürzlich die frühere DDR-Oppositionelle Evelyn Zupke gewählt. Auf dem Festakt am Abend sollten auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck, der zuvor erster Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde war, sowie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprechen.

Als Termin für die Aktenübergabe war der 17. Juni gewählt worden, der Jahrestag des Volksaufstands in der damaligen DDR 1953. Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) äußerte sich erfreut, dass Zupke aus diesem Anlass als erste Amtshandlung die Geschäftsstelle besuchte.

(V.Korablyov--DTZ)

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