Deutsche Tageszeitung - Verbot von Sturmgewehren in Kalifornien bleibt bis auf Weiteres bestehen

Verbot von Sturmgewehren in Kalifornien bleibt bis auf Weiteres bestehen


Verbot von Sturmgewehren in Kalifornien bleibt bis auf Weiteres bestehen
Verbot von Sturmgewehren in Kalifornien bleibt bis auf Weiteres bestehen / Foto: ©

Das seit mehr als 30 Jahren geltende Verbot von Sturmgewehren im US-Bundesstaat Kalifornien bleibt vorerst in Kraft. Ein Bundesberufungsgericht legte am Montag eine Entscheidung eines Bundesrichters, der das Verbot gekippt hatte, auf unbestimmte Zeit auf Eis. Die Richter verwiesen unter anderem darauf, dass in dem Streit über das Waffenrecht eine weitere Klage anhängig ist.

Textgröße ändern:

Bundesrichter Roger T. Benitez hatte Anfang Juni das 1989 in Kraft gesetzte Verbot von Sturmgewehren in dem Westküstenstaat für verfassungswidrig erklärt. US-Bürger besäßen das Recht auf Besitz halbautomatischer Schusswaffen, erklärte der Richter, und verglich das bei US-Bürgern beliebte Gewehr vom Typ AR-15 mit einem "Schweizer Taschenmesser".

Das Gewehr sei eine "perfekte Kombination aus einer häuslichen Verteidigungswaffe und der Ausrüstung zur Verteidigung des Heimatlandes", schrieb Benitez. "Waffen und Munition in den Händen Krimineller, Tyrannen und Terroristen sind gefährlich - Waffen in den Händen von gesetzestreuen, verantwortungsvollen Bürgern sind besser."

Der Richter hatte allerdings eine Frist von 30 Tagen gewährt, um der kalifornischen Regierung Zeit zu geben, in Berufung zu gehen. Ein Bundesberufungsgericht erklärte jetzt, das Sturmgewehr-Verbot bleibe bis zu einer neuen Gerichtsentscheidung in Kraft.

"Damit bleiben die Sturmgewehr-Gesetze gültig, während die Berufungsprozeduren weitergehen", erklärte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta. "Wir werden nicht aufhören, diese lebensrettenden Gesetze zu verteidigen."

Kalifornien hatte mit dem Sturmgewehr-Verbot auf einen Schusswaffenangriff an einer Schule mit einer AK-47 im Jahr 1989 regiert. Schusswaffenattacken lösen in den USA immer wieder heftige Debatten über das Waffenrecht aus.

Erst Ende Mai hatte im kalifornischen San José ein Mann in einem Straßenbahn-Depot das Feuer eröffnet und dabei neun Menschen getötet. Versuche einer Verschärfung des Waffenrechts auf Bundesebene scheitern aber immer wieder am Widerstand konservativer Politiker und der mächtigen Waffenlobby.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Nach CDU-Wahldesaster in Sachsen-Anhalt: Landesvorstand zieht Konsequenzen

Nach dem Debakel der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zieht der Landesvorstand der Partei Konsequenzen. "Wir werden die Partei neu aufstellen", sagte Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze am Montagabend nach einer Vorstandssitzung in Magdeburg. Auf einem Sonderparteitag voraussichtlich im November oder Dezember "wird der gesamte Landesvorstand neu gewählt".

Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben in Berlin tausende Menschen gegen den Wahlsieger AfD protestiert. Zu einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin kamen am Montagabend rund 5000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Das Netzwerk Campact, das zusammen mit Fridays for Future unter dem Motto "Zeit zum Handeln: AfD stoppen" zum Protest in Berlin aufgerufen hatte, nannte die Zahl von 14.000 Teilnehmern.

Finnland errichtet 200 Kilometer langen Zaun an Grenze zu Russland

Zur Abschreckung von illegalen Migranten aus Russland hat Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der gemeinsamen Grenze errichtet. Dieser sei Bestandteil der Grenzsicherung und solle neben einer Überwachung auch dabei helfen, "Menschen bei Bedarf vom finnischen Hoheitsgebiet fernzuhalten", sagte Innenministerin Mari Rantanen am Montag bei einer Veranstaltung nahe des Grenzübergangs Nuijamaa im Südosten des Landes. Der Stacheldrahtzaun ist 4,5 Meter hoch und mit Kameras und Sensoren ausgestattet.

Roboter demonstrieren in Warschau für Regulierung von Künstlicher Intelligenz

Ungewöhnlicher Protest in Warschau: Rund 30 Roboter haben am Montag vor dem polnischen Digitalministerium für eine Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt demonstriert. Sie schwenkten Fahnen, "skandierten" Parolen und marschierten im Kreis. Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative Democratism, die ihrer Website zufolge eine Debatte darüber anstoßen will, "wie KI und Robotisierung den Arbeitsmarkt betreffen".

Textgröße ändern: