Deutsche Tageszeitung - Zusammenstöße bei Protesten gegen palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah

Zusammenstöße bei Protesten gegen palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah


Zusammenstöße bei Protesten gegen palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah
Zusammenstöße bei Protesten gegen palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah / Foto: ©

Bei Protesten gegen die Palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah ist es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und palästinensischen Sicherheitskräften gekommen. Nach Steinwürfen von Demonstranten setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. In Ramallah waren am Samstag den dritten Tag in Folge hunderte Menschen gegen den Tod des palästinensischen Menschenrechtsaktivisten Nisar Banat auf die Straße gegangen.

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Banat war am Donnerstag kurz nach seiner Festnahme in Hebron gestorben. Die Familie des Aktivisten beschuldigt die palästinensischen Sicherheitskräfte, ihn zu Tode geprügelt zu haben.

Der 43-Jährige war bekannt für seine im Online-Netzwerk Facebook veröffentlichten Videos, in denen er der Autonomiebehörde Korruption vorwarf. Er hatte sich auch als Kandidat für die Parlamentswahlen im Mai registrieren lassen, die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas später auf unbestimmte Zeit verschoben worden waren.

Am Samstag versammelten sich hunderte Menschen in Ramallah im von Israel besetzten Westjordanland und zogen zum Sitz der Autonomiebehörde. Die Demonstranten forderten auf Plaketen den Rücktritt von Palästinenserpräsident Abbas.

Nach Angaben von Ministerpräsident Mohammed Schtajjeh wurde inzwischen eine Untersuchung zu Banats Tod eingeleitet. Der Gouverneur Dschibrin al-Bakri hatte am Donnerstag gesagt, nach der Festnahme habe sich Banats "Gesundheitszustand verschlechtert", danach sei er sofort in ein Krankenhaus gebracht worden, "wo er für tot erklärt wurde".

Zwischen Banats Festnahme und seinem Tod verging weniger als eine Stunde, wie der Arzt Samir Abu Sarsur nach der Autopsie sagte. Er sprach von Verletzungen an Kopf, Brust, Nacken, Beinen und Händen. Am Freitag wurde Banat beerdigt, an seinem Trauerzug nahmen tausende Menschen teil.

(A.Nikiforov--DTZ)

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