Deutsche Tageszeitung - In Mali verletzte Bundeswehr-Soldaten sind zurück in Deutschland

In Mali verletzte Bundeswehr-Soldaten sind zurück in Deutschland


In Mali verletzte Bundeswehr-Soldaten sind zurück in Deutschland
In Mali verletzte Bundeswehr-Soldaten sind zurück in Deutschland / Foto: ©

Nach dem Anschlag auf UN-Soldaten in Mali sind alle zwölf verletzten Bundeswehr-Angehörigen nach Deutschland zurückgebracht worden. Ein zweites Flugzeug der Luftwaffe mit sechs Verwundeten an Bord sei in der Nacht zum Sonntag in Stuttgart gelandet, sagte eine Sprecherin des Sanitätsdienstes der Bundeswehr der Nachrichtenagentur AFP. Die Soldaten erhielten nun eine "hochwertige Versorgung".

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Gegen zwei Uhr habe der Transport mit den Verwundeten das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm erreicht, teilte der Sanitätsdienst der Bundeswehr auf Twitter mit. Ein Team aus Spezialisten unterschiedlicher medizinischer Disziplinen kümmere sich nun um die Soldaten.

Bereits am Samstagnachmittag war ein erstes Flugzeug mit bei dem Anschlag in Mali verletzten Bundeswehr-Angehörigen am Flughafen Köln-Wahn gelandet. Diese Soldaten werden im Bundeswehr-Zentralkrankenhaus in Koblenz behandelt.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) schrieb nach der Landung des ersten Flugzeugs auf Twitter, der Zustand der Verwundeten sei stabil. "In Gedanken sind wir bei unseren Soldaten und hoffen, dass alle wieder gesund werden."

Die Bundeswehr-Soldaten waren am Freitag rund 180 Kilometer nordöstlich der malischen Stadt Gao bei einem Selbstmordanschlag verletzt worden. Neben den Deutschen wurden dabei noch drei weitere UN-Soldaten verletzt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus UN-Kreisen erfuhr. Unter den Verletzten ist nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums auch ein belgischer Soldat. Deutschland beteiligt sich mit bis zu 1700 Bundeswehrsoldaten an Ausbildungs- und Stabilisierungsmissionen der EU und der UNO in dem westafrikanischen Land.

Bei einem weiteren Anschlag am Freitag im Zentrum des westafrikanischen Krisenlandes waren am Freitag sieben malische Soldaten getötet worden. Zunächst hatte die Armee des Landes die Zahl der Toten mit sechs angegeben, am späten Samstagabend korrigierte sie diese Angaben jedoch nach oben. Der Anschlag ereignete sich demnach auf einem militärischen Außenposten im Dorf Boni.

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden in der Krisenregion getötet, Hunderttausende wurden vertrieben.

Dschihadisten und regionale Milizen machen sich eine mangelnde Präsenz des Staates zu nutze. Es wird befürchtet, dass sie sich weiter in rechtsfreien Räumen ausbreiten - vor allem nachdem es in Mali im Mai den zweiten Umsturz der Regierung binnen eines Jahres gegeben hatte.

Um mögliche Konsequenzen aus dem Anschlag auf die Bundeswehr-Soldaten für den deutschen Einsatz in Mali ging es am Samstagabend beim "Triell" der Kanzlerkandidaten der Münchner Sicherheitskonferenz im ARD-Hauptstadtstudio. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erteilte einem schnellen Abzug der Bundeswehr aus Mali eine Absage. "Das kann nicht sein, wenn man sich in einen gefährlichen Einsatz begibt, man in dem Augenblick, in dem man feststellt, dass es ein gefährlicher Einsatz ist, quasi sagt: Das hatten wir uns nicht so gedacht." Es müsse in "aller Klarheit" gesagt werden, dass der Einsatz in Mali "hochgefährlich" sei.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagte zu der Frage, ob die Bundeswehr ihren Einsatz in Mali neu ausrichten müsse, der Einsatz in Mali sei eine Ausbildungsmission. "Es muss nicht jedes Mal der Kampfeinsatz sein." Auf die sich stetig verändernde Sicherheitslage in Mali müsse man aber flexibel antworten, "mit der Bereitschaft, dass, wenn die Sicherheit so bedroht ist, man mehr machen muss, dass man dann auch mehr tut".

Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock sagte, ihre Partei halte den Bundeswehr-Einsatz im Rahmen der Blauhelm-Mission Minusma "trotz der vielen Probleme weiterhin für richtig". Für "nicht richtig" hielten die Grünen dagegen den Bundeswehr-Einsatz im Rahmen der EU-Stabilisierungsmission EUTM, wie er von Bundestag und Bundesregierung beschlossen worden sei.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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