Deutsche Tageszeitung - Pjöngjang veröffentlicht Bürger-Kommentar über "ausgemergelten" Kim

Pjöngjang veröffentlicht Bürger-Kommentar über "ausgemergelten" Kim


Pjöngjang veröffentlicht Bürger-Kommentar über "ausgemergelten" Kim
Pjöngjang veröffentlicht Bürger-Kommentar über "ausgemergelten" Kim / Foto: ©

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat deutlich abgenommen - und in einem höchst ungewöhnlichen Schritt hat die Staatsführung jetzt den Kommentar eines Bürgers zu dem Gewichtsverlust veröffentlicht. Kim sehe "ausgemergelt" aus, zitierte der Staatssender KCTV einen nicht namentlich genannten Einwohner der Hauptstadt Pjöngjang. Dies breche "das Herz der Menschen am meisten", berichtete der Bürger demnach. Jeder rede davon, wie ihm beim Anblick Kims "sofort die Tränen gekommen sind".

Textgröße ändern:

Nach Angaben von Experten will die Staatsführung den Gewichtsverlust Kims dazu benutzen, um die Loyalität der Bürger zu dem Machthaber in Zeiten einer schweren Krise in der Nahrungsmittelversorgung zu stärken. Die von Pjöngjang gesendete Botschaft laute, dass Kim "sehr hart" für die Menschen arbeite - und dies sogar bis zu dem Grad, dass er "Mahlzeiten auslässt und Gewicht verliert".

Das autoritär regierte Land leidet schwer unter den internationalen Sanktionen, mit denen es wegen seines Atom- und Raketenprogramms belegt ist. Hinzu kommt, dass Nordkorea wegen der Corona-Pandemie seit Anfang des vergangenen Jahres von sich aus seine Grenzen geschlossen hat. Dadurch hat der für das Land wesentliche Handel mit dem Nachbarn China deutlich nachgelassen. In diesem Monat räumte die Führung in Pjöngjang ein, dass es eine Lebensmittelkrise gibt.

Eine öffentliche Diskussion über den Gesundheitszustand und das Privatleben von Kim Jong Un war in Nordkorea bislang ein absolutes Tabu. Der Machthaber war viele Jahre lang stark übergewichtig. Außerdem ist bekannt, dass er viel raucht. International wird Kims Gesundheitszustand genau beobachtet - nicht zuletzt deshalb, weil völlig unklar ist, wer ihm im Falle seines Todes nachfolgen würde und wie stabil der Machtapparat in Pjöngjang dann noch wäre.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Palästinensergebiete: Frühere Diplomaten fordern Paris und London zum Handeln auf

Dutzende frühere französische und britische Diplomaten haben ihre Regierungen dazu aufgerufen, in den Palästinensergebieten das Völkerrecht zu verteidigen. Das Engagement Frankreichs und Großbritanniens sei angesichts der historischen Rolle der beiden Länder im Nahen Osten und ihres Status als ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat unverzichtbar, erklärten die 102 Unterzeichner eines am Samstag in der französischen Zeitung "Le Monde" veröffentlichten offenen Briefs.

Wadephul wirft Russland bei Ukraine-Besuch "wahllosen Mord an Zivilisten" vor

Wenige Stunden nach einem tödlichen russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Ukraine hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) Kiew besucht und Russland "wahllosen Mord an Zivilisten" vorgeworfen. Der Ukraine sagte er bei dem Besuch am Samstag weitere 50 Millionen Euro humanitäre Hilfe zu. Mit US-Außenminister Marco Rubio wolle er zudem über zusätzliche Luftverteidigung für die Ukraine beraten.

Nach BSW-Streit um Koalition: Thüringer CDU bestätigt Voigt als Parteichef

Unter dem Eindruck eines BSW-internen Streits um den Verbleib in der Thüringer Regierungskoalition hat die CDU ihren Ministerpräsidenten Mario Voigt als Landesparteichef bestätigt. Auf einem Parteitag in Eisenach erhielt Voigt am Samstag 84,1 Prozent der Stimmen, wie die CDU mitteilte. Voigt ist seit 2022 Landesvorsitzender der CDU Thüringen und seit 2024 Regierungschef einer Koalition mit SPD und BSW.

Wadephul kündigt bei Ukraine-Besuch weitere deutsche Hilfe und Gespräch mit Rubio an

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew zusätzliche Unterstützung zugesagt. "Deutschland stellt jetzt zusätzliche 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung", sagte Wadephul am Samstag bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha in Kiew. Zugleich kündigte der Minister weitere Gespräche über zusätzliche Luftverteidigungssysteme für die Ukraine an. Anfang der Woche wolle er mit US-Außenminister Marco Rubio über diese Frage und die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges sprechen.

Textgröße ändern: