Deutsche Tageszeitung - Erneut US-Luftangriffe gegen pro-iranische Milizen in Syrien und Irak

Erneut US-Luftangriffe gegen pro-iranische Milizen in Syrien und Irak


Erneut US-Luftangriffe gegen pro-iranische Milizen in Syrien und Irak
Erneut US-Luftangriffe gegen pro-iranische Milizen in Syrien und Irak / Foto: ©

Zum zweiten Mal seit Amtsantritt von Präsident Joe Biden hat das US-Militär massive Luftangriffe gegen pro-iranische Kämpfer in Nahost geflogen. Attackiert wurden nach Angaben des Pentagon in der Nacht zum Montag zwei Ziele in Syrien und eines im Irak. Aus Bagdad und Teheran kam scharfe Kritik daran. US-Außenminister Antony Blinken verteidigte das Vorgehen als "Selbstverteidigung".

Textgröße ändern:

Die US-Streitkräfte reagierten mit den Luftangriffen auf dutzende Attacken auf US-Ziele im Irak im Verlauf der vergangenen Monate. "Ich hoffe, dass die Botschaft, die durch die Angriffe in der letzten Nacht gesendet wurde, gehört wird und zukünftige Aktionen verhindert", sagte Blinken zu Reportern bei einem Besuch in Rom.

Das US-Verteidigungsministerium bezeichnete die Angriffe als "Vergeltung". Die "präzisen Defensiv-Angriffe" seien auf Anordnung Bidens erfolgt, erklärte Ministeriumssprecher John Kirby. Bei den Angriffszielen im irakisch-syrischen Grenzgebiet handelte es sich demnach um von pro-iranischen Milizen sowie den schiitischen Hisbollah-Brigaden genutzte Waffenlager und operative Zentren, die für Drohnenangriffe auf US-Personal genutzt worden seien.

In diesem Jahr wurden bereits mehr als 40 Sprengstoffanschläge und Raketenangriffe - davon manche mit Drohnen - auf die US-Truppen im Irak verübt. Pro-iranische Gruppen lehnen die US-geführte Militärkoalition vehement ab, die den Irak seit 2014 im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Die USA sind mit rund 2500 Soldaten im Irak vertreten.

Bei ersten Luftangriffen durch US-Streitkräfte im Osten Syriens im Februar waren nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte - eines Netzwerks von Aktivisten - mehr als 20 Kämpfer getötet worden. Dieses Mal sprachen die Aktivisten von mindestens sieben getöteten Milizen-Kämpfern und sechs Verletzten. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, es sei auch ein Kind getötet worden.

Iraks Regierungschef Mustafa al-Kadhemi verurteilte die neuen US-Luftangriffe scharf: Diese stellten eine "eklatante und inakzeptable Verletzung der irakischen Souveränität und der irakischen nationalen Sicherheit" dar. Der Irak lehne es ab, dass sein Staatsgebiet benutzt werde, "um Rechnungen zu begleichen". Al-Kadhemi gilt eigentlich als USA-freundlich, er pflegt ein enges Verhältnis zu Washington.

Die pro-iranischen Hasched-al-Schaabi-Milizen erklärten, dass vier ihrer Kämpfer bei US-Angriffen in der westirakischen Region Al-Kaim getötet worden seien. Sie bestritten jedoch, an "Aktivitäten gegen die ausländische Präsenz im Irak" beteiligt gewesen zu sein. Auch dementierten die Milizen, dass unter den Angriffszielen ein Waffenlager gewesen sei. Die iranische Regierung warf den USA vor, "die regionale Sicherheit zu stören".

Der Zeitpunkt der jüngsten US-Luftschläge ist aus diplomatischer Sicht äußerst heikel. In Wien laufen derzeit Gespräche über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens von 2015 mit dem Iran, an denen die USA indirekt beteiligt sind. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen 2018 einseitig aufgekündigt. Biden hat eine Rückkehr der USA in die Vereinbarung in Aussicht gestellt.

Noch am Montag wollte Biden im Weißen Haus den scheidenden israelischen Präsidenten Reuven Rivlin empfangen. Israel steht dem Atomabkommen mit dem Iran sehr kritisch gegenüber.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Trump verspricht US-Bürgern je 5000 Dollar bei Sieg der Republikaner bei US-Kongresswahl

Weniger als zwei Monate vor den Wahlen zum US-Kongress hat Präsident Donald Trump allen erwachsenen Bürgern 5000 US-Dollar (etwa 4300 Euro) versprochen, sollten seine Republikaner die Kontrolle über beide Kammern behalten. "Wenn die Republikaner gewinnen, gewinnt ihr mit uns, und ihr bekommt 5000 Dollar. Das wird dann Trump-Dividende heißen", sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Parteitag im texanischen Dallas. Viele Bürger sind unzufrieden mit Trumps Politik, seine Beliebtheit liegt in einigen Umfragen bei unter 35 Prozent.

Juso-Chef Türmer: Die Regierungskoalition braucht einen Neustart

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat einen Neustart für die Bundesregierung gefordert und die Reformpakete der Koalition kritisiert. "Reformen dürfen nicht nur Kürzungen bedeuten", sagte Türmer am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin" im Austausch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Pascal Reddig. Die Wahl in Sachsen-Anhalt habe gezeigt, dass soziale Sicherheit ein wahlbestimmendes Thema sei.

"Tut so, als stünde ich auf dem Stimmzettel": Trump wirbt bei Republikaner-Parteitag um Wähler

US-Präsident Donald Trump hat beim Parteitag seiner regierenden Republikaner mit kämpferischen Worten um seine Wählerbasis geworben - und sich dabei ins Zentrum der bevorstehenden Kongresswahl gerückt. "Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Stimmzettel", sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei seiner Rede in Dallas im Bundesstaat Texas. Zudem verteidigte er den bei vielen republikanischen Wählern unpopulären Iran-Krieg.

"Tut so, als stünde ich auf dem Stimmzettel": Trump wirbt bei Parteitag um Wähler

US-Präsident Donald Trump hat bei dem Parteitag seiner regierenden Republikaner mit kämpferischen Worten um seine Wählerbasis geworben - und sich dabei ins Zentrum der bevorstehenden Kongresswahl gerückt. "Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Stimmzettel", sagte Trump am Mittwoch bei seiner Rede in Dallas im Bundesstaat Texas. "Eure Stimme wird darüber entscheiden, ob unser Land zum Auftakt der nächsten 250 Jahre ins Straucheln gerät oder vorwärts stürmt und niemals zurückblickt."

Textgröße ändern: