Deutsche Tageszeitung - Frankreich nimmt Zusammenarbeit mit malischer Armee wieder auf

Frankreich nimmt Zusammenarbeit mit malischer Armee wieder auf


Frankreich nimmt Zusammenarbeit mit malischer Armee wieder auf
Frankreich nimmt Zusammenarbeit mit malischer Armee wieder auf / Foto: ©

Frankreich nimmt seine wegen des jüngsten Putsches ausgesetzte Zusammenarbeit mit der malischen Armee wieder auf. Nach Konsultationen mit Malis Übergangsregierung und den Nachbarländern habe Frankreich "entschieden, die gemeinsamen Militäroperationen sowie die nationalen Beratungsmissionen, die seit dem 3. Juni ausgesetzt waren, wieder aufzunehmen", teilte das Verteidigungsministerium in Paris am Freitag mit.

Textgröße ändern:

In einem zweiten Putsch binnen neun Monaten hatte der mächtige malische Armee-Oberst Assimi Goïta Ende Mai die zivile Übergangsregierung mit Präsident Bah Ndaw und Regierungschef Moctar Ouane abgesetzt. Das Vorgehen wurde international verurteilt. Die USA legten ihre Unterstützung für malische Sicherheitskräfte auf Eis, die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) setzte Malis Mitgliedschaft aus.

Mali und Frankreich spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Dschihadisten in der Sahelzone. Frankreich hat rund 5100 Soldaten im Rahmen seines Einsatzes "Barkhane" in Mali, dem Tschad, Niger, Burkina Faso und Mauretanien stationiert. Am 10. Juni kündigte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron allerdings das Ende des "Barkhane"-Einsatzes an, ohne einen konkreten Zeitplan zu nennen.

Französische Soldaten sollen sich künftig nur noch an der sogenannten Takuba-Truppe beteiligen. Zu der europäischen Eingreiftruppe in der Sahelzone gehören bisher rund 600 Soldaten, von denen rund die Hälfte aus Frankreich stammen. Das französische Verteidigungsministerium versicherte nun, Frankreich bleibe "mit seinen europäischen und amerikanischen Verbündeten vollkommen engagiert an der Seite der Sahel-Länder und der internationalen Missionen" zur Bekämpfung von Dschihadisten.

Deutschland beteiligt sich mit bis zu 1700 Soldaten an Ausbildungs- und Stabilisierungsmissionen der EU und der UNO in Mali. Die Lage in dem westafrikanischen Land und seinen Nachbarstaaten gilt als sehr instabil. Am Freitag vergangener Woche waren bei einem Selbstmordanschlag nordöstlich von Gao zwölf Bundeswehrsoldaten verletzt worden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

"Spektakuläre Kulisse": Fahrer bereiten sich auf Autorennen in Washington vor

Rennwagen mit dröhnenden Motoren mitten in Washington: Vor einem Autorennen zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten haben die Fahrer sich auf den ungewöhnlichen Wettkampf eingestimmt. Am Samstag (Ortszeit) nahmen sie an Trainingsrunden und Qualifizierungsfahrten teil - vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Kapitol und den Smithsonian-Museen im Zentrum der US-Hauptstadt.

250 Jahre USA: Trump dreht Ehrenrunde bei Autorennen in Washington

US-Präsident Donald Trump gibt am Sonntag den Startschuss zu einem Autorennen in Washington im Zuge der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. Trump wird den Organisatoren zufolge beim "Freedom 250 Grand Prix" in seiner "The Beast" genannten gepanzerten Limousine eine Ehrenrunde drehen. Anschließend soll er die grüne Flagge schwenken, um das Rennen starten zu lassen. Das Autorennen bildet den Abschluss der 250-Jahr-Feierlichkeiten.

Merz dankt Einsatzkräften nach Brand in Hürtgenwald - Kanzler-Auftritt von Pfiffen begeleitet

Rund eine Woche nach dem schweren Waldbrand bei Hürtgenwald hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag mit einem Besuch bei den Einsatzkräften in der nordrhein-westfälischen Gemeinde aus dem Sommerurlaub zurückgemeldet. Die kurze Dankesrede des Kanzlers vor den Helfern wurde von einem Pfeifkonzert überschattet. Dass Merz seit Beginn seines Urlaubs in der ersten August-Woche trotz Entwicklungen wie folgenschwerer Dürre und heftiger Waldbrände bislang nicht öffentlich aufgetreten war, hatte zuvor Kritik ausgelöst.

Palästinensergebiete: Frühere Diplomaten fordern Paris und London zum Handeln auf

Dutzende frühere französische und britische Diplomaten haben ihre Regierungen dazu aufgerufen, in den Palästinensergebieten das Völkerrecht zu verteidigen. Das Engagement Frankreichs und Großbritanniens sei angesichts der historischen Rolle der beiden Länder im Nahen Osten und ihres Status als ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat unverzichtbar, erklärten die 102 Unterzeichner eines am Samstag in der französischen Zeitung "Le Monde" veröffentlichten offenen Briefs.

Textgröße ändern: