Deutsche Tageszeitung - Flüchtlinge an Bord der "Ocean Viking" können in Sizilien an Land gehen

Flüchtlinge an Bord der "Ocean Viking" können in Sizilien an Land gehen


Flüchtlinge an Bord der "Ocean Viking" können in Sizilien an Land gehen
Flüchtlinge an Bord der "Ocean Viking" können in Sizilien an Land gehen / Foto: ©

Die 572 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffs "Ocean Viking" können nach drei Tagen Unsicherheit in Italien an Land gehen. Die italienischen Behörden gaben am Donnerstag grünes Licht für eine Anlandung in der sizilianischen Hafenstadt Augusta, wie die Flüchtlingsrettungsorganisation SOS Méditerranée auf Twitter bekanntgab. Die Helfer hatten die Menschen Anfang der Woche von verschiedenen Booten aus dem Mittelmeer aufgenommen.

Textgröße ändern:

Am Mittwoch appellierte SOS Méditerranée als Betreiberin der "Ocean Viking" an die Europäische Union, einen sicheren Hafen zu finden. Die Menschen an Bord des Schiffes müssten "so schnell wie möglich" an Land gebracht werden. Sie litten unter Dehydrierung und Erschöpfung. Unter den Flüchtlingen seien 183 Minderjährige, "darunter Kinder mit einer Behinderung", hieß es.

"Es ist eine große Erleichterung zu wissen, dass ihre Tortur auf See fast vorbei ist", erklärte die Organisation nun. Zuletzt hatte die "Ocean Viking" Anfang Mai mehr als 230 Flüchtlinge nach Sizilien gebracht.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Jahresbeginn bereits rund 900 Migranten bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Regierungskreise: Libanons Präsident lehnt "direkten Kontakt" mit Netanjahu ab

Der libanesische Präsident Joseph Aoun lehnt ein Gespräch mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu ab. Aoun habe das Ansinnen der USA nach einem "direkten Kontakt" mit Netanjahu zurückgewiesen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus libanesischen Regierungskreisen. Der Präsident habe US-Außenminister Marco Rubio darüber in einem Telefonat informiert, die USA würden die Position des Libanon "verstehen".

Bundestag lehnt Entkriminalisierung des Schwarzfahrens ab

Der Bundestag hat Gesetzentwürfe der Grünen und der Linkspartei abgelehnt, Schwarzfahren nicht mehr als Straftat zu verfolgen. Die beiden Gesetzentwürfe wurden am Donnerstag mit den Stimmen der Regierungsfraktionen Union und SPD sowie der AfD in zweiter Lesung zurückgewiesen. Die SPD hatte allerdings in der Debatte erneut ihre grundsätzliche Unterstützung für eine Entkriminalisierung bekundet.

Rutte und von der Leyen wollen Rüstungsproduktion in Europa steigern

Nato-Generalsekretär Mark Rutte und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben eine Steigerung der Rüstungsproduktion in Europa angemahnt. "Wir müssen mehr investieren, mehr produzieren und beides schneller tun", schrieb von der Leyen nach einem Treffen der beiden in Brüssel am Donnerstag im Onlinedienst X. Zudem sei es bei dem Gespräch um die Fortsetzung der Unterstützung für die Ukraine und den Schutz kritischer Infrastruktur gegangen, erklärte Rutte ebenfalls auf X.

Bundeswehr bereitet sich auf Minenräumen in der Straße von Hormus vor

Deutschland ist bereit, sich an einer möglichen Mission zur Sicherung der Straße von Hormus mit Kapazitäten zum Minenräumen und zur Seeaufklärung zu beteiligen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr, wird sich die Bundesregierung weiter an entsprechenden militärischen Planungsgesprächen beteiligen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt am Freitag an internationalen Gesprächen zu einer möglichen Hormus-Mission in Paris teil.

Textgröße ändern: