Deutsche Tageszeitung - Bei Bewertung der Corona-Lage wird künftig Hospitalisierung wichtige Rolle spielen

Bei Bewertung der Corona-Lage wird künftig Hospitalisierung wichtige Rolle spielen


Bei Bewertung der Corona-Lage wird künftig Hospitalisierung wichtige Rolle spielen
Bei Bewertung der Corona-Lage wird künftig Hospitalisierung wichtige Rolle spielen / Foto: ©

Zur Beurteilung des Pandemiegeschehens in Deutschland sollen neben der Sieben-Tage-Inzidenz künftig verstärkt auch die Zahl der Corona-Fälle in den Krankenhäusern eine Rolle spielen. Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte am Montag die Hospitalisierung als weiteren Faktor - also die Frage, wieviele Menschen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssen.

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Der Sprecher stellte allerdings klar, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin ein "hauptausschlaggebender Faktor" bleiben. Sie gebe Auskunft etwa über das regionale Ausbruchsgeschehen oder neue Trends. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt zwar derzeit wieder, allerdings besteht die Hoffnung, dass wegen der fortschreitenden Impfkampagne weniger Infizierte als bisher schwer erkranken oder gar ins Krankenhaus müssen.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine interne Präsentation des Robert-Koch-Instituts (RKI) berichtet, dass es "weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung geben solle, aber sich die Gewichtung der Indikatoren untereinander ändere. Das Institut begründe die Hinzunahme der Hospitalisierung demnach mit den "Konsequenzen zunehmender Grundimmunität". Dem Bericht zufolge rechnet das RKI mit einer "Abnahme des Anteils schwerer Fälle" und fordert daher einen "stärkeren Fokus auf die Folgen der Infektion".

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Deutschland befinde sich dank der Impfungen und der Vorsichtmaßnahmen "in einer recht guten Lage". Die Menschen könnten wieder vieles genießen. "Das heißt aber alles nicht, dass wir schon in einer Situation der Normalität wären." Der Blick in die Nachbarländer mache klar, dass die niedrigen Fallzahlen "schnell wieder explodieren könnten".

Mit einer gewissen Verzögerung könnten wieder mehr Menschen krank werden. "Natürlich hat das Impfen die Gesamtrechnung verändert", sagte der Regierungssprecher. "Aber wir sind noch nicht ausreichend gewappnet, für den Fall, dass die Zahlen wieder stark ansteigen."

Seibert verwies dabei auch auf die Gefahr, das eine Vielzahl von Infektionen eine neue Virusvariante zur Folge haben könnten, bei der die bisherigen Impfstoffe weniger wirksam sein könnten. "Genießen Sie alles, was derzeit wieder möglich ist, aber tun Sie es mit einer gewissen Vorsicht."

(V.Korablyov--DTZ)

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