Deutsche Tageszeitung - Taliban: Kämpfe in Afghanistan sollen nicht in Städte hineingetragen werden

Taliban: Kämpfe in Afghanistan sollen nicht in Städte hineingetragen werden


Taliban: Kämpfe in Afghanistan sollen nicht in Städte hineingetragen werden
Taliban: Kämpfe in Afghanistan sollen nicht in Städte hineingetragen werden / Foto: ©

Die Taliban wollen nach eigenen Angaben die Kämpfe in Afghanistan nicht in die Städte hineintragen. Die Kämpfe hätten sich inzwischen von den "Bergen und Wüsten" an die "Türen der Städte" fortbewegt, doch wollten die Taliban "keine Kämpfe innerhalb der Stadt", erklärte Amir Chan Muttaki, einer der Anführer der radikalislamischen Miliz, in einer am Dienstag im Onlinedienst Twitter verbreiteten Botschaft.

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Parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der US- und anderen Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban in den vergangenen Monaten große Teile des Landes erobert. Dabei haben sie fast alle größeren Städte umzingelt.

Nach eigenen Angaben kontrollieren die Taliban inzwischen 85 Prozent des Landes. Diese Darstellung kann allerdings nicht unabhängig überprüft werden und wird von der Regierung in Kabul bestritten. Laut afghanischen Regierungskreisen konzentriert sich die Armee des Landes jedoch mittlerweile darauf, die größeren Städte, wichtige Straßen sowie Grenzposten gegen den Vormarsch der Radikalislamisten abzusichern.

Als Teil dieser Anstrengungen wurde vor einigen Tagen ein Luftabwehrsystem am Flughafen von Kabul installiert. Es soll die Hauptstadt vor Raketenangriffen schützen. Die Armee teilte mit, das System sei von "ausländischen Freunden" geliefert worden, ohne diese Angaben zu präzisieren.

Die Türkei hatte unlängst angekündigt, nach dem Abzug der US-Soldaten Sicherheitsinfrastruktur für den Kabuler Flughafen bereitzustellen. Die Taliban warnten die Türkei am Dienstag jedoch davor, ihre Truppenpräsenz in Afghanistan auszuweiten. Dies sei "verwerflich" und verstoße gegen die "Souveränität und territoriale Integrität" Afghanistans.

Der vollständige Abzug der US-Truppen aus Afghanistan soll bis Ende August vollzogen sein. Die Bundeswehr ist bereits seit Ende Juni nicht mehr in dem Land präsent.

(V.Sørensen--DTZ)

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