Deutsche Tageszeitung - Untreueprozess gegen Ex-Oberbürgermeister von Hannover wird neu aufgerollt

Untreueprozess gegen Ex-Oberbürgermeister von Hannover wird neu aufgerollt


Untreueprozess gegen Ex-Oberbürgermeister von Hannover wird neu aufgerollt
Untreueprozess gegen Ex-Oberbürgermeister von Hannover wird neu aufgerollt / Foto: ©

Der Untreueprozess gegen den früheren Oberbürgermeister von Hannover, Stefan Schostok (SPD), wird noch einmal aufgerollt. Der sechste Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) mit Sitz in Leipzig hob den Freispruch durch das Landgericht Hannover am Mittwoch auf, wie der BGH in Karlsruhe mitteilte. Die Verurteilung von Schostoks früherem Büroleiter, um dessen Zulage es in dem Prozess ging, wurde ebenfalls aufgehoben. Die Sache muss nun neu verhandelt werden. (Az. 6 StR 282/20)

Textgröße ändern:

Der Büroleiter soll zwischen Frühjahr 2015 und Frühjahr 2018 eine unzulässige Zulage erhalten haben, die sich auf insgesamt knapp 50.000 Euro summierte. Diese soll vom hannoverschen Personaldezernenten bewilligt worden sein, der bereits rechtskräftig wegen Untreue verurteilt wurde.

Schostok selbst soll im Lauf des Jahrs 2017 von den illegalen Zahlungen erfahren, diese aber nicht sofort gestoppt haben. Er beteuerte stets seine Unschuld, verlor wegen der Affäre aber die Unterstützung des Stadtrats und ließ sich schließlich in den Ruhestand versetzen.

Das Landgericht Hannover sprach Schostok im April 2020 vom Vorwurf der schweren Untreue frei, weil nicht auszuschließen sei, dass er auf die Einschätzung des städtischen Personaldezernenten vertraut habe, der die Zulage als rechtmäßig dargestellt hatte. Den früheren Büroleiter verurteilte das Gericht wegen Betrugs durch Unterlassen zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Er zog vor den BGH, ebenso die Staatsanwaltschaft.

Beide Urteile hob der BGH nun auf. Das Landgericht habe nicht bedacht, dass der Oberbürgermeister 2017 ausgerechnet den von den Zahlungen begünstigten Büroleiter mit deren Überprüfung beauftragt habe, erklärte er. Die Verurteilung des Büroleiters sei aufgehoben worden, weil das Landgericht dessen Pflicht zu einer frühen Aufklärung seines Vorgesetzten nicht ausreichend begründet habe. Zudem sei der Büroleiter selbst - wegen der Beauftragung zur Überprüfung - für das Vermögen der Stadt verantwortlich geworden, was wiederum den Vorwurf der Untreue begründen könnte.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Prien: Interessen jüngerer Menschen stärker berücksichtigen

Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Textgröße ändern: