Deutsche Tageszeitung - Steinmeier ruft die Menschen eindringlich zum Impfen auf

Steinmeier ruft die Menschen eindringlich zum Impfen auf


Steinmeier ruft die Menschen eindringlich zum Impfen auf
Steinmeier ruft die Menschen eindringlich zum Impfen auf / Foto: ©

Die sinkenden Corona-Impfzahlen haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem dringenden Appell an die Bürgerinnen und Bürger veranlasst. "Lassen Sie sich impfen!", sagte Steinmeier in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. "Nur wenn noch mehr Menschen in unserem Land den vollständigen Impfschutz erhalten haben, ist das gemeinsame Ziel erreicht." Die Bundesregierung stellte derweil 200 Millionen Euro bereit, um mobile Belüftungsanlagen für Schulen anzuschaffen.

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Steinmeier betonte die Bedeutung eines vollständigen Impfschutzes für das Alltagsleben: Erst dann würden Virusvarianten wie die aktuelle Delta-Variante nicht zu neuen Beschränkungen zwingen, sagte er. Erst dann bestehe mit hoher Sicherheit ein Schutz vor schweren und tödlichen Verläufen der Infektion. "Jeden Tag, mit jeder Impfung, befreien wir uns ein Stück mehr aus den Fängen der Pandemie und holen uns unser Leben zurück."

Die Zahl der Impfungen geht seit Kurzem in Deutschland wieder zurück - obwohl nach Angaben der Bundesregierung ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Mittwoch wurden in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt pro Tag rund 616.000 Impfungen verabreicht. Vor wenigen Wochen hatte dieser Wert noch bei mehr als 800.000 gelegen.

Die Bundesregierung will die Verbreitung des Coronavirus unter Kindern und Jugendlichen durch den vermehrten Einbau mobiler Belüftungsanlagen in Klassenzimmern bremsen. Das Bundeskabinett billigte die Freigabe von 200 Millionen Euro, mit denen Länder und Kommunen solche Anlagen anschaffen sollen. Die Länder sollen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums 50 Prozent der Kosten selbst tragen, weswegen die Gesamtsumme deutlich über den 200 Millionen Euro liegt.

Antragsberechtigt sind laut Bundeswirtschaftsministerium Schulen, in denen Kinder unter zwölf Jahren betreut werden, weil ihnen "in absehbarer Zeit kein Impfangebot gemacht werden kann". Das Förderangebot gelte auch für Schulen, die zugleich von älteren Schülern besucht werden.

Ziel sei, dass der Präsenzunterricht im zweiten Halbjahr "so sicher wie möglich" abgehalten werden könne, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, kritisierte die Fördersumme als ungenügend. "Angesichts eines erforderlichen Gesamtinvestitionsvolumens von circa 1,5 Milliarden Euro für die Ausstattung von über 650.000 Unterrichtsräumen mit mobilen Raumluftfilteranlagen ist das Gesamtvolumen wohl nicht ausreichend", sagte er dem "Handelsblatt".

Die Bundesregierung weiß nach eigenen Angaben nicht, wie viele Lüftungsanlagen für die nun zur Verfügung gestellte Summe angeschafft werden können. "Es wird von der Marktlage abhängen, zu welchem Preis die Produkte erworben werden können", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Deswegen könne er "keine Prognose zu der genauen Zahl" abgeben.

Die Bundesregierung zeigte sich derweil besorgt über den Anstieg der Corona-Fallzahlen. "Wir hatten ja nun mehrere Tage, bei denen jeweils die Infektionszahl um 50, 55 Prozent höher als in der Vorwoche lag", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das ist eine Entwicklung, die wir nicht gleichmütig betrachten können." Ein Blick in andere europäische Länder wie die Niederlande, Spanien, Großbritannien zeige, "wie schnell sich eine Situation wieder verschärfen kann".

Eine Situation mit einem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen sei in Deutschland derzeit aber noch nicht feststellbar, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. "Was wir feststellen ist ein Anstieg der Inzidenzzahlen auf eher niedrigem Niveau."

(I.Beryonev--DTZ)

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