Deutsche Tageszeitung - Rabat will juristisch gegen Vorwürfe zu Pegasus-Spähsoftware vorgehen

Rabat will juristisch gegen Vorwürfe zu Pegasus-Spähsoftware vorgehen


Rabat will juristisch gegen Vorwürfe zu Pegasus-Spähsoftware vorgehen
Rabat will juristisch gegen Vorwürfe zu Pegasus-Spähsoftware vorgehen / Foto: ©

Die marokkanische Regierung hat rechtliche Schritte gegen jeden angekündigt, der Rabat mit der Ausspähung durch die Software Pegasus in Verbindung bringt. Die Regierung in Rabat erklärte am Mittwoch, sie weise "kategorisch diese falschen und unbegründeten Anschuldigungen" zurück, dass ein staatlicher Sicherheitsdienst des nordafrikanischen Landes die Späh-Software genutzt habe. Marokko werde "international gegen jede Partei juristisch vorgehen, die diese falschen Anschuldigungen aufgreift".

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Bereits am Montag hatte die marokkanische Regierung Informationen als "falsch" bezeichnet, wonach "ein staatlicher marokkanischer Sicherheitsdienst" mit der Ausspähung zahlreicher Mobiltelefone in Verbindung stehe. Das Land habe "niemals Computer-Software zur Infiltration von Kommunikationsgeräten" gekauft.

Laut Radio France stehen auch der marokkanische König Mohammed VI. und sein Umfeld auf der Liste der rund 50.000 Telefonnummern, die möglicherweise ausgespäht wurden. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge könnte zudem der marokkanische Regierungschef Saad Eddin al-Othmani ausgespäht worden sein.

Das Reporter-Netzwerk Forbidden Stories, eine internationale Recherchegruppe von Medien aus zehn Ländern, hatte am Sonntag berichtet, dass hunderte Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle weltweit offenbar Opfer umfassender Abhöraktionen gewesen seien. Geheimdienste und Polizeibehörden mehrerer Länder sollen demnach die vom israelischen Unternehmen NSO angebotene Spähsoftware Pegasus verwendet haben, um die Mobiltelefone der Betroffenen anzuzapfen.

Reporter ohne Grenzen rief Israel auf, ein Exportmoratorium für die Technologie zu verhängen. Die Software sei dafür benutzt worden, weltweit "die Telefone von zehntausenden Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zu hacken", erklärte die Organisation.

(M.Dylatov--DTZ)

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