Deutsche Tageszeitung - Weltklimarat IPCC berät abschließend über Teil 1 seines neuen Sachstandsberichts

Weltklimarat IPCC berät abschließend über Teil 1 seines neuen Sachstandsberichts


Weltklimarat IPCC berät abschließend über Teil 1 seines neuen Sachstandsberichts
Weltklimarat IPCC berät abschließend über Teil 1 seines neuen Sachstandsberichts / Foto: ©

Vertreter von fast 200 Ländern haben am Montag die Schlussberatungen über den ersten Teil des neuen, sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC aufgenommen. Die zweiwöchigen Beratungen finden formal am Sitz des IPCC in Genf statt, erfolgen aber tatsächlich wegen der Corona-Pandemie vorwiegend virtuell. Die Empfehlungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelten als wegweisend für die globale Klimapolitik.

Textgröße ändern:

In dem nun vorliegenden ersten Teil, der am 9. August veröffentlicht werden soll, geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels - insbesondere die Entwicklung des Anteils von Treibhausgaben in der Atmosphäre und deren Wirkung sowie Szenarien für das künftige Fortschreiten der Erderwärmung. Ein Extra-Kapitel befasst sich diesmal mit der Wirkung kurzlebiger Treibhausgase. Dies betrifft etwa Methan, dessen Treibhaus-Wirkung deutlich stärker ist als die von Kohlendioxid, das jedoch auch schneller in der Atmosphäre wieder abgebaut wird.

Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Teile zu Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten der Anpassung sowie zu Wegen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen folgen. Den Abschluss bildet ein Synthesebericht, der Kernaussagen der drei Teile sowie aktueller IPCC-Sonderberichte zusammenfasst.

Die Berichte sind bis zu ihrer Veröffentlichung vertraulich. Entwürfen zufolge, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, dürften die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch vor schweren Naturkatastrophen warnen, falls der Klimawandel nicht eingedämmt wird. Der Zusammenbruch ganzer Ökosysteme, Wasser- und Lebensmittelknappheit und Krankheiten als Folgen der Erderwärmung werden demnach in den kommenden Jahrzehnten immer schneller um sich greifen.

Der IPCC wertet für Entscheidungsträger in aller Welt wissenschaftliche Studien zum Klimawandel aus und formuliert Schlussfolgerungen als Handlungsorientierung für seine Mitgliedstaaten. In den bis zum 6. August angesetzten Schlussberatungen zum ersten Teil bewerten Regierungsvertreterinnen und -vertreter die darin enthaltenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und erstellen die endgültige Version der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. Dabei dürfen sie aber nur in dem eigentlichen Bericht enthaltene Fakten einbeziehen.

Die Veröffentlichung von Teil 2 des Sachstandsberichts ist für Februar 2022 vorgesehen, von Teil 3 für Ende März kommenden Jahres. Der Synthesebericht soll Ende September 2022 vorliegen. Zuvor findet im November dieses Jahres die UN-Klimakonferenz in Glasgow statt, in deren Beratungen die Erkenntnisse des ersten Berichtsteils einfließen dürften.

Die Erde hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bereits um 1,1 Grad erwärmt. Das Pariser Abkommen soll die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber 1,5 Grad beschränken. Bereits bei einer Erwärmung um zwei Grad zeichnet der AFP vorliegende IPCC-Berichtsentwurf schwerwiegende globale Folgen für Mensch und Natur. Derzeit steuert die Erde aber sogar auf eine Erwärmung um rund drei Grad zu, sofern keine zusätzlichen Gegenmaßnahmen erfolgen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Kabinett berät über Stärkung der Wirtschaft - Merz sieht "große Potenziale"

Bei ihrer Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg hat die Bundesregierung über Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Wirtschaft beraten. "Unser Land hat große Potenziale und es gibt überhaupt keinen Grund, uns klein zu machen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Der Kanzler wies zugleich auf die großen Herausforderungen hin - die angespannte Wirtschaftslage, hybride Angriffe etwa mit Drohnen sowie die Klimakrise und deren Folgen.

US-Medien: Chef des Geheimdienstes CIA zu Gesprächen in Moskau

Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist Medienberichten zufolge in geheimer Mission nach Moskau gereist. Er wolle dort am Dienstag Gespräche führen, berichteten der Sender CBS News und die Plattform Axios. Zuvor war ein US-Militärflugzeug von Lettland in Richtung des Moskauer Flughafens Wnukowo geflogen, wie aus Daten des Flugbeobachtungsportals Flightradar 24 hervorging.

Französischer Präsidentschaftskandidat Glucksmann klettert auf Windrad

Zum Auftakt seines Präsidentschaftswahlkampfs ist der linke Politiker Raphaël Glucksmann auf ein Windrad geklettert und hat seinen Landsleuten für den Fall seines Wahlsieges eine "ökologische Revolution" in Aussicht gestellt. "Die Ökowende ist die Hauptachse unseres Programms", sagte Glucksmann am Dienstag bei seinem Auftritt im Windpark im westfranzösischen Saint-Jean-de-Liversay. Der Ausstieg aus fossilen Energien, die den Klimawandel befördern, sei eine "dringende Notwendigkeit", sagte Glucksmann. Weitere Prioritäten seien die Isolierung von Gebäuden, die Förderung von E-Mobilität und Energieeffizienz.

Bangladesch: Zehntausende Rohingya protestieren gegen Bedingungen in Flüchtlingslagern

Neun Jahre nach ihrer massenhaften Vertreibung aus Myanmar haben zehntausende Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya am Dienstag gegen die katastrophalen Bedingungen in ihren Flüchtlingslagern in Bangladesch protestiert. Die Organisation Vereinter Rat der Rohingya (UCR) erklärte, sie habe die Proteste organisiert, um an die "begangenen Gräueltaten zu erinnern" und auf die "anhaltende humanitäre Krise" aufmerksam zu machen.

Textgröße ändern: