Deutsche Tageszeitung - Untersuchung bestätigt Belästigungsvorwürfe gegen New Yorks Gouverneur

Untersuchung bestätigt Belästigungsvorwürfe gegen New Yorks Gouverneur


Untersuchung bestätigt Belästigungsvorwürfe gegen New Yorks Gouverneur
Untersuchung bestätigt Belästigungsvorwürfe gegen New Yorks Gouverneur / Foto: ©

Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hat einer offiziellen Untersuchung zufolge mehrere Frauen sexuell belästigt. Zwei unabhängige Juristen seien entsprechenden Vorwürfen von elf Frauen nachgegangen und hätten deren Aussagen als glaubhaft eingestuft, sagte die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James am Dienstag. Cuomo habe die Frauen "unerwünscht und nicht einvernehmlich berührt und zahlreiche Bemerkungen anzüglicher sexueller Natur gemacht".

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Der Bericht der Juristen zeige ein "tief verstörendes, aber dennoch klares" Verhaltensmuster des Gouverneurs und seines Teams, sagte James. Cuomo soll demnach Angestellte des Staates New York sexuell belästigt und so "ein feindliches Arbeitsumfeld für Frauen" geschaffen haben. Die Untersuchung ergab demnach, dass Cuomo und sein Team gegen mindestens eine ehemalige Mitarbeiterin vorgegangen waren, nachdem diese von den Vorfällen erzählt hatte.

Durch sein Handeln habe Cuomo gegen US-Bundesrecht und Gesetze des Staates New York verstoßen, konstatierte James. Ob es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen wird, blieb allerdings unklar. Die Ermittlungen seien bislang "rein zivilrechtlicher Natur", sagte die Generalstaatsanwältin.

Dem Bericht zufolge ist mindestens einer der geschilderten Vorfälle polizeilich erfasst. Die Untersuchungen könnten den Strafverfolgungsbehörden nun bei eigenen Ermittlungen helfen. Außerdem stehe es den betroffenen Frauen frei, Cuomo zu verklagen, heißt es in dem Bericht.

Der Gouverneur wies die Anschuldigungen umgehend zurück. "Ich habe niemals jemanden unangemessen berührt oder unangemessene sexuelle Avancen gemacht", sagte er in einer Fernsehansprache. Er habe die Tendenz, Menschen als Geste der Wärme und Freundschaftlichkeit zu küssen und zu berühren, häufig in der Öffentlichkeit. "Ich versuche so meine Anerkennung und Freundschaft zu zeigen."

Er verstehe allerdings auch, dass es Generations- oder Kulturunterschiede gebe, "die ich, ganz ehrlich, noch nicht wahrgenommen hatte", sagte Cuomo. Er habe daraus gelernt.

Die Generalstaatsanwältin sagte, es obliege dem Gouverneur selbst, aus der vorgestellten Untersuchung "die Konsequenzen zu ziehen". Bereits zuvor hatten zahlreiche Politiker, darunter auch einflussreiche Parteikollegen, den Demokraten aufgefordert, sein Amt niederzulegen. Eine weitere Welle von Rücktrittsforderungen folgte prompt auf die Vorstellung des Berichts.

"Gouverneur Cuomo muss zurücktreten und sofort verhaftet werden", verlangte etwa die Abgeordnete der Republikaner, Elise Stefanik, im Onlinedienst Twitter. "Es sollte allen klar sein, dass er nicht länger als Gouverneur dienen kann", erklärte die demokratische Mehrheitsführerin im New Yorker Senat, Andrea Stewart-Cousins.

Ab Ende Februar hatten zunächst acht Frauen Vorwürfe gegen Cuomo erhoben, der seit zehn Jahren Gouverneur des Bundesstaates New York ist. Generalstaatsanwältin James gab daraufhin im März die Untersuchung in Auftrag. US-Präsident Joe Biden legte seinem Parteikollegen Cuomo damals den Rücktritt nahe, sollten sich die Anschuldigungen bestätigen.

(U.Beriyev--DTZ)

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