Deutsche Tageszeitung - Türkische Regierung unter Druck wegen schlechter Vorbereitung auf Brände

Türkische Regierung unter Druck wegen schlechter Vorbereitung auf Brände


Türkische Regierung unter Druck wegen schlechter Vorbereitung auf Brände
Türkische Regierung unter Druck wegen schlechter Vorbereitung auf Brände / Foto: ©

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierung kommen wegen der verheerenden Brände im Land zunehmend unter Druck. Oppositionspolitiker verwiesen am Freitag auf einen offiziellen Bericht, demzufolge die Behörden bislang nur einen Bruchteil der verfügbaren Gelder für das Vorgehen gegen Waldbrände abgerufen haben. "Dies ist eine Situation, die man als Verrat bezeichnen könnte", sagte der Abgeordnete Murat Emir der Nachrichtenagentur AFP.

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Die Generaldirektion für Forstwirtschaft habe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur 1,75 Prozent der für diesen Zweck vorgesehenen fast 200 Millionen Türkischen Lira (knapp 20 Millionen Euro) ausgegeben, sagte der Abgeordnete der größten Oppositionspartei, der sozialdemokratischen CHP. Dies gehe aus einem Bericht hervor, den die staatliche Behörde selbst veröffentlicht habe.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Türkei derzeit über keine eigenen funktionierenden Löschflugzeuge verfügt. Erdogan war zudem vorgeworfen worden, ausländische Hilfsangebote nur zögerlich oder gar nicht angenommen haben.

Bereits am Donnerstag ging der Staatschef zum Gegenangriff über und kritisierte in einem Interview die Opposition: "Wenn es Brände in den USA oder Russland gibt, steht (die Opposition) hinter der Regierung, das ist hier nicht so." Die Staatsanwaltschaft Ankara nahm nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen Beiträgen in Online-Netzwerken auf, unter anderem wegen "Beleidigung der türkischen Regierung" sowie "Schürens von Angst und Unruhe".

Mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad Celsius erleben die Türkei sowie das benachbarte Griechenland derzeit eine außergewöhnliche Hitzewelle. Dutzende Brände zerstörten Felder und Ortschaften. In der Türkei waren besonders die südlichen Touristengebiete von Antalya und Mugla betroffen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, mindestens acht Menschen starben.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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