Deutsche Tageszeitung - Katholischer Priester in Frankreich ermordet

Katholischer Priester in Frankreich ermordet


Katholischer Priester in Frankreich ermordet
Katholischer Priester in Frankreich ermordet / Foto: ©

In Frankreich steht der mutmaßliche Brandstifter der Kathedrale von Nantes in dringendem Verdacht, einen katholischen Priester getötet zu haben. Innenminister Gérald Darmanin erklärte am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter, im Départment Vendée sei ein Geistlicher Opfer eines "dramatischen Mordes" geworden. Später bestätigte er, dass der mutmaßliche Täter vor einem Jahr auch den Brand in der Kathedrale gelegt haben soll.

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Ein Mann habe sich im rund 60 Kilometer von Nantes entfernten Mortagne-sur-Sèvre der Polizei gestellt und gesagt, er habe einen Priester getötet, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen. Demnach handelte es sich um denselben Mann, der im Zuge der Ermittlungen zum Brand der Kathedrale von Nantes im Juli 2020 festgenommen worden war.

Die Kirche war damals schwer beschädigt worden. Kurz darauf wurde ein damals 39-Jähriger freiwilliger Gemeindediener festgenommen, der gestand, das Feuer gelegt zu haben. Er wurde zunächst in Untersuchungshaft genommen und später unter richterlicher Aufsicht freigelassen.

Der Mann aus Ruanda war vor einigen Jahren aus seiner Heimat nach Frankreich geflüchtet. Der getötete 60-jährige Priester habe ihn "seit mehreren Monaten" beherbergt, hieß es nun aus Polizeikreisen. Zum Tathergang lagen zunächst keine näheren Informationen vor. Polizeikreise schlossen lediglich einen Messerangriff aus.

Die Rechtspopulistin und mehrfache Bewerberin um das Präsidentenamt, Marine Le Pen, prangerte "ein vollständiges Versagen des Staates und von Gérald Darmanin" an. "In Frankreich kann man sich also illegal aufhalten, die Kathedrale von Nantes anzünden, nie abgeschoben werden, und rückfällig werden, indem man einen Priester ermordet", erklärte sie auf Twitter.

Der Innenminister warf der Rechtspopulistin vor, "zu polemisieren, ohne die Fakten zu kennen". "Dieser Ausländer konnte trotz seiner Abschiebeanordnung nicht abgeschoben werden, solange seine richterliche Aufsicht nicht aufgehoben war", erklärte er ebenfalls auf Twitter. Den Katholiken des Landes sicherte er seine Unterstützung zu.

Der letzte tödliche Angriff auf einen katholischen Geistlichen in Frankreich liegt nur wenige Monate zurück. Vergangenen Oktober hatte ein 22-jähriger Tunesier in der Basilika Notre-Dame von Nizza drei Menschen mit einem Messer getötet. 2019 war in der Region Oise ein 90-jähriger Priester verprügelt und erstickt worden.

Die Tat wurde mit einer Jahrzehnte alten Anzeige wegen "unangemessenen Verhaltens gegenüber einem Minderjährigen" gegen den Mann in Verbindung gebracht. 2016 bekannte sich die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) zu einem tödlichen Angriff auf einen Priester in Saint-Etienne-du-Rouvray.

(A.Nikiforov--DTZ)

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