Mutmaßliche Dschihadisten in Mali und Burkina Faso töten dutzende Zivilisten
Mutmaßlich dschihadistische Milizen haben im Grenzgebiet zwischen Mali und Burkina Faso dutzende Zivilisten und Soldaten getötet. Im Nordosten Malis töteten Angreifer auf Motorrädern mindestens 51 Dorfbewohner, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag von Vertretern der Sicherheitskräfte und Lokalbehörden erfuhr. In Burkina Faso nahe der Grenze zu Mali wurden zwölf Soldaten bei einem Angriff aus dem Hinterhalt getötet.
Zuvor hatte ein malischer Sicherheitsbeamter von mehr als 40 getöteten Zivilisten in den Dörfern Karou, Ouatagouna und Daoutegeft gesprochen. Die Angreifer "sind in die Dörfer eingedrungen und haben alle massakriert", berichtete er.
Ein Vertreter der örtlichen Behörden der Grenzregion zum Niger und zu Burkina Faso sprach von "20 massakrierten Zivilisten in Karou" und zahlreichen weiteren Opfern in den anderen beiden Ortschaften. Die Dorfbewohner seien von den Angreifern überrascht worden. Auch eine vierte Gemeinde meldete einen Angriff.
Einige hundert Kilometer weiter südwestlich auf der anderen Seite der Grenze überfielen mutmaßliche Dschihadisten eine Eingreiftruppe der burkinischen Armee. Mindestens zwölf Soldaten seien getötet und acht weitere verletzt worden, erklärte das Kommunikationsministerium in Ouagadougou. Sieben Soldaten, die nach dem Angriff am Sonntagnachmittag zunächst als vermisst gemeldet waren, wurden demnach am Montagmorgen lebend aufgefunden.
Aus burkinischen Militärkreisen hieß es, der Angriff sei vermutlich ein Vergeltungsakt "für den Tod von zwei Dschihadistenführern, die (...) von den Streitkräften neutralisiert wurden". Die beiden gesuchten Mitglieder einer Al-Kaida-nahen Gruppierung waren nach offiziellen Angaben am Samstag von einer Spezialeinheit des Militärs getötet worden.
In Mali verüben dschihadistische und andere Gruppen immer wieder Angriffe. Die Gewalt begann 2012 mit einem islamistisch motivierten Aufstand im Norden des westafrikanischen Landes und breitete sich rasch weiter aus, auch auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger. Tausende Menschen wurden getötet und Hunderttausende sind auf der Flucht.
(V.Sørensen--DTZ)