Deutsche Tageszeitung - Gemeindebund fordert zehn Milliarden Euro für Wiederaufbau von Flutgebieten

Gemeindebund fordert zehn Milliarden Euro für Wiederaufbau von Flutgebieten


Gemeindebund fordert zehn Milliarden Euro für Wiederaufbau von Flutgebieten
Gemeindebund fordert zehn Milliarden Euro für Wiederaufbau von Flutgebieten / Foto: ©

Vor der Bund-Länder-Konferenz am Dienstag fordert der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds für die von der Unwetterkatastrophe heimgesuchten Gebiete. "Zuallererst sollte es einen von Bund und Ländern jeweils zur Hälfte getragenen Aufbaufonds von mindestens zehn Milliarden Euro geben", sagte Landsberg der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagsausgabe). Zudem forderte er ein Sonderrecht zur Beschleunigung des Wiederaufbaus.

Textgröße ändern:

Von der Videokonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer erhoffte sich Landsberg das Signal: "Wenn das Geld nicht reicht, dann schießen wir nach". Das dazugehörige Gesetz sei nötig, damit das Projekt nicht durch lange Genehmigungsverfahren und zum Beispiel naturschutzrechtliche Ausgleichsregelungen verzögert wird, sagte Landsberg der Zeitung.

Landsberg sah in den Zerstörungen allerdings auch eine Chance: Er "wundere" sich, "dass die Politik angesichts der massiven Zerstörungen nicht auf die Idee kommt, aus diesen Gebieten mit völlig neuen Verfahren und Ideen zukunftsorientierte Vorzeigeregionen für das ganze Land zu machen". Er denke beispielsweise an "Siedlungen aus dem 3-D-Drucker, an Nullenergie-Häuser, an Straßen mit Sensoren für autonomes Fahren", sagte er der Zeitung weiter.

Am Montagabend wurde der Entwurf einer Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Konferenz bekannt, die um 12.30 Uhr beginnt. Der Enwurf sieht die Einrichtung eines nationalen Fonds "Aufbauhilfe 2021" vor. Die genaue Höhe der Mittel stand aber noch nicht fest. Die Kosten sollten sich Bund und Länder laut der Beschlussvorlage hälftig teilen. Neben der Flutkatastrophe geht es bei der Konferenz auch um die künftige Corona-Strategie.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Erste Debatte französischer Präsidentschaftskandidaten

Sieben französische Präsidentschaftskandidatinnen und -kandidaten treffen am Donnerstag (16.45 Uhr) zu einer ersten Debatte zusammen. Knapp acht Monate vor der Wahl steht das komplette Kandidatenfeld zwar noch nicht fest. Doch jene Bewerberinnen und Bewerber, die sich bereits erklärt haben, debattieren im Rahmen einer Veranstaltung des französischen Unternehmerverbands miteinander.

Koalitionsfraktionen stecken bei Klausur weiteren Reformkurs ab

Nach der Klausurtagung der Bundesregierung kommen ab Donnerstag auch die Regierungsfraktionen im Bundestag zu Beratungen zusammen. Bei der zweitägigen Klausursitzung in Münster (ab 12.30 Uhr) wollen die geschäftsführenden Vorstände von Unionsfraktion und SPD-Fraktion über die Umsetzung der Reformvorhaben sprechen - etwa über die Reformen der Renten- und Pflegeversicherung -, und weitere Vorhaben der kommenden Monate auf den Weg bringen. Das Treffen soll auch der Stärkung des koalitionsinternen Zusammenhalts dienen.

Chef des Dachverbandes der DDR-Opfer kritisiert Linken-Forderung nach Enteignung

Der Vorsitzende des Dachverbands der DDR-Opfer, Dieter Dombrowski, hat die Forderung der Berliner Linken nach Enteignung von Wohnungskonzernen auch wegen der Erfahrungen in der DDR kritisiert. "Was Verstaatlichung für Folgen hat, konnte man vor 1989 in ganz Osteuropa und der DDR sehen", sagte Dombrowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). "Wohnungen gab es damals keine. Und wenn es welche gab, dann waren sie in einem jämmerlichen Zustand - mit Ausnahme der Neubauten."

"Ich labere nicht": Schulze und Siegmund liefern sich in Sachsen-Anhalt Rededuell

Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten von AfD und CDU ein teils heftiges Rededuell geliefert. Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze und sein AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund warfen sich am Mittwochabend in der MDR-Sendung "Fakt ist!" aus Magdeburg gegenseitig politisches Versagen vor. Die AfD habe "kein Konzept für die Zukunft von Sachsen-Anhalt", etwa für die Schaffung von Arbeitsplätzen, sagte Schulze.

Textgröße ändern: